Ein Probeanstrich zeigt, wie der Farbton auf dem tatsächlichen Untergrund wirkt, ob die Farbe deckt und wie sie nach dem Trocknen aussieht. So prüfen Sie das Ergebnis, bevor Sie die ganze Fläche streichen.

Farbkarten und digitale Ansichten helfen bei der Vorauswahl. Die endgültige Wirkung beurteilen Sie am besten auf einer gestrichenen Wand im Raum, für den die Farbe gedacht ist.

Warum Farbkarten nicht ausreichen

Ein kleines Farbmuster zeigt nur einen Ausschnitt. Auf einer großen Wand wirkt derselbe Ton anders, und das Licht im Raum beeinflusst den Farbeindruck zusätzlich. Auch der Untergrund spielt eine Rolle. Seine Farbe und Struktur prägen das Ergebnis. Ebenso beeinflusst seine Saugfähigkeit, wie die Beschichtung aussieht.

Streichen Sie das Muster deshalb direkt auf die Wand, die Sie später vollständig streichen wollen. Prüfen Sie es dort, wo die Lichtverhältnisse für den Raum typisch sind, und betrachten Sie es nach dem Trocknen. So sehen Sie, ob der Ton im Tageslicht und bei der üblichen Beleuchtung zu Ihrer Vorstellung passt.

Bei einer selbst gemischten Farbe ist ein Test besonders hilfreich. Notieren Sie das Mischverhältnis oder wiegen Sie die einzelnen Bestandteile ab. Handmischungen lassen sich später nur schwer exakt wiederholen. Wenn der getrocknete Farbton passt, können Sie dieselbe Mischung für die übrige Fläche erneut anrühren. Planen Sie dabei ausreichend Farbe ein.

Farbton nach dem Trocknen beurteilen

Nasse Farbe sieht anders aus als trockene. Entscheiden Sie daher nicht direkt nach dem Auftragen, ob der Ton stimmt. Warten Sie, bis die Fläche nach den Angaben des Herstellers getrocknet ist, und betrachten Sie sie aus unterschiedlicher Entfernung. Ein kleiner Fleck kann anders wirken als eine größere Fläche.

Falls Sie den Farbton selbst angemischt haben und das Ergebnis nach dem Trocknen zu dunkel oder zu kräftig erscheint, passen Sie die Mischung vorsichtig an. Caparol empfiehlt, je nach gewünschtem Ergebnis mehr Abtönfarbe oder weiße Farbe zuzugeben. Halten Sie die Mengen fest und rühren Sie gründlich, damit sich die Änderung später nachvollziehen lässt.

Ein spezieller Farbtontester hilft bei der Entscheidung, zeigt aber nicht unbedingt, wie die später verwendete Wandfarbe aussieht. Caparol weist für den eigenen Tester darauf hin, dass er dünnschichtig aufgetragen wird und nicht für den endgültigen Anstrich vorgesehen ist. Produkt und Untergrund können deshalb zu einem leicht anderen Farbeindruck führen. Für einen möglichst genauen Vergleich verwenden Sie, wenn möglich, die vorgesehene Farbe und tragen sie genauso auf wie beim späteren Streichen.

Deckkraft auf der Wand prüfen

Die Deckkraft beschreibt, wie gut die Farbe den vorhandenen Untergrund abdeckt. Ein heller Farbton auf einer dunklen Wand braucht häufig mehr als einen Anstrich. Auch stark oder ungleichmäßig saugende Untergründe können ein fleckiges Ergebnis verursachen.

Tragen Sie die Farbe für den Test mit derselben Rolle oder demselben Pinsel auf, die Sie später verwenden wollen. Lassen Sie den Anstrich trocknen und prüfen Sie dann, ob der alte Farbton noch durchscheint. Achten Sie auch darauf, ob Flecken oder Übergänge sichtbar bleiben. Entscheidend ist außerdem, ob die Fläche gleichmäßig wirkt. Zeigt der Test, dass der Untergrund sichtbar bleibt, rechnen Sie mit einem weiteren Anstrich oder beachten Sie die Hinweise des Herstellers zu einer geeigneten Grundierung.

Je nach Farbe und Untergrund reicht ein Anstrich nicht; besonders schwach deckende Farbtöne wie Rot und Gelb können zusätzliche Schichten benötigen. Caparol nennt für seinen Farbtontester bei solchen Tönen bis zu drei Anstriche. Diese Angabe gilt für das spezielle Testprodukt und lässt sich nicht pauschal auf alle Wandfarben übertragen.

Wann Wandfarbe trocken ist

Beurteilen Sie die Farbe erst, wenn sie für den Vergleich ausreichend getrocknet ist. Wie weit die Farbe getrocknet ist, erkennen Sie an den Angaben „überstreichbar“ und „oberflächentrocken“; „durchgetrocknet“ kennzeichnet den vollständig getrockneten Zustand. Eine oberflächentrockene Wandfarbe ist daher nicht automatisch vollständig durchgetrocknet.

Die Wartezeit hängt vom Produkt und den Bedingungen im Raum ab. Caparol nennt als grobe Orientierung: Nach etwa fünf Stunden ist die Farbe oberflächentrocken, nach rund drei Tagen vollständig durchgetrocknet und belastbar. Für die PANTONE® Matten Wandfarben von Alpina gibt das technische Merkblatt bei 20 °C und 65 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit vier bis sechs Stunden bis zur Oberflächentrockenheit und zwölf Stunden bis zum Trocken-Zustand an. Diese Werte gelten nur für das jeweilige Produkt unter den genannten Bedingungen. Bei niedrigerer Temperatur oder höherer Luftfeuchtigkeit dauert das Trocknen länger.

Richten Sie sich beim Test nach dem Etikett und dem technischen Merkblatt der verwendeten Farbe. Wenn die Fläche nach dem Trocknen noch ungleichmäßig deckt, prüfen Sie sie nach einem weiteren Anstrich erneut. Warten Sie mit der endgültigen Farbentscheidung, bis die Oberfläche ausreichend trocken ist.