Im Wohnzimmer bringt eine Tapete Farbe und Struktur an die Wand, ohne Sofa, Bilder oder persönliche Lieblingsstücke zu verdrängen. Die Tapete bleibt dezent, wenn Muster, Kontrast und tapezierte Fläche zur Einrichtung passen.

Ein ruhiges Muster eignet sich besonders, wenn Möbel und Dekoration bereits viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen oder mehrere Wände tapeziert werden. Wie stark die Tapete auffällt, hängt auch von der Größe und Dichte des Musters sowie vom Farbkontrast ab.

Wann ein ruhiges Muster passt

Wenn Sofa, Teppich und Kissen gemustert oder kräftig gefärbt sind, bringt eine zurückhaltende Tapete optische Ruhe in den Raum. Sie kann Farben aus der Einrichtung aufnehmen, ohne das Muster exakt zu wiederholen. Ein Beispiel: Zu einem Sofa mit auffälligem Blumenmuster passt eine Tapete mit feinen Linien oder einem kleinen Motiv in einer ähnlichen Farbe.

Auch bei einer durchgehenden Gestaltung mehrerer Wände ist ein dezentes Muster leichter mit wechselnder Dekoration zu verbinden. Ton-in-Ton-Farben, also nahe beieinanderliegende Farbtöne, und matte Oberflächen bringen dabei sichtbare Struktur an die Wand, ohne ein starkes Motiv in den Mittelpunkt zu stellen.

Ein schlicht eingerichtetes Wohnzimmer verträgt dagegen oft eine auffälligere Tapete. Ein großes Motiv kann eine einzelne Wand betonen oder in einem offenen Wohn- und Essbereich Wohn- und Essbereich optisch trennen. Dafür muss nicht der ganze Raum tapeziert werden.

Mustergröße und Raumwirkung

In einem kleinen oder bereits voll eingerichteten Wohnzimmer sollten Sie große und kontrastreiche Muster sparsam einsetzen. Eine Untersuchung mit 14 Personen in virtuellen Räumen ergab, dass Räume mit den größten Musterelementen im Durchschnitt weniger weitläufig wirkten als gleich große Räume mit feineren Mustern. Die Studie untersuchte ein bestimmtes, kontrastreiches Rautenmuster. Ihr Ergebnis lässt sich deshalb nicht auf jede Tapete übertragen, spricht aber dafür, Mustergröße und Kontrast bei der Auswahl mitzudenken.

Auch Streifen folgen keiner einfachen Regel wie „waagerecht macht breiter, senkrecht macht höher“. Eine weitere Untersuchung ergab, dass die Dichte der Streifen die wahrgenommene Raumform stärker beeinflusste als ihre Ausrichtung. Achten Sie deshalb darauf, wie das Muster mit Wandfläche, Möbeln und Licht wirkt, statt nur auf die Richtung des Motivs zu achten.

Tapete mit der Einrichtung abstimmen

Suchen Sie in der Tapete nach einer Farbe, die sich bereits im Raum findet, etwa im Holzton, im Teppich oder in einem Kissen. Das verbindet Wand und Einrichtung, ohne dass alle Muster gleich aussehen müssen. Unterscheiden sich die Muster in Größe oder Dichte, bleibt die Gestaltung leichter überschaubar.

Achten Sie außerdem darauf, wie viel Wandfläche Sie tapezieren. Tapezieren Sie mit einem auffälligen Motiv nur eine Wand. Für mehrere Wände eignet sich oft eine ruhigere Gestaltung. Wenn Sie Tapete und eine weitere Wandfarbe kombinieren, kann die Farbe der freien Wand einen Ton aus dem Tapetenmuster aufgreifen.