Beim Tapezieren kommt es auf drei Punkte an: ob das Muster an den Bahnen sauber anschließt, ob der Kleister zum Trägermaterial passt und ob Sie an Ecken richtig arbeiten. Vlies, Papier und Vinyl werden unterschiedlich verarbeitet, daher lässt sich keine einzelne Regel auf alle Tapeten anwenden.
Was bedeutet Rapport bei Tapeten?
Der Rapport ist die Länge, nach der sich ein Tapetenmotiv wiederholt. Bei Mustertapeten müssen Sie diese Länge beim Zuschnitt berücksichtigen, sonst passen die Motive an der Naht nicht zusammen. Zusätzlich gibt es den Versatz. Er gibt an, um wie viel Sie die nächste Bahn verschieben müssen, damit die Motive aneinanderschließen.
Praktisch gehen Sie so vor: Suchen Sie vor dem Schneiden das Rapport- beziehungsweise Ansatzsymbol auf der Rolle oder dem Einleger. Bei versetztem Ansatz legen Sie die zweite Bahn so neben die erste, dass das Muster über die gesamte Rapporthöhe anschließt. Nummerieren Sie die zugeschnittenen Bahnen in der Reihenfolge, in der Sie sie kleben wollen. So gerät die Musterfolge nicht durcheinander.
Wenn Sie mehrere Rollen haben, können Sie den Verschnitt verringern, indem Sie abwechselnd passende Bahnen aus zwei Rollen zuschneiden. Das ist ein praktischer Tipp, aber keine Pflichtregel für jeden Tapetentyp. Rechnen Sie auf jeden Fall Rapport und Versatz zusätzlich zur Wandhöhe ein, sonst fehlt am Ende Material.
Welcher Kleister passt zu welcher Tapete?
Die Kleisterwahl hängt vom Trägermaterial ab, nicht von der Optik der Tapete. Bei Vliestapeten streichen Sie den Kleister direkt auf die Wand und legen die Bahn trocken ein. Bei Papiertapeten und Raufaser kommt der Kleister auf die Tapetenrückseite, und die Bahn muss nach Anleitung einweichen, bevor Sie sie anbringen.
Vinyltapeten sind der Sonderfall: Hier entscheidet das Trägermaterial, ob Sie wie bei Vlies oder wie bei Papier arbeiten. Eine Vinyltapete mit Vliesträger kleistern Sie an die Wand, eine mit Papierträger kleistern Sie die Bahn ein. Prüfen Sie deshalb immer den Einleger, bevor Sie sich für eine Methode entscheiden.
Als grobe Orientierung gilt: Vliestapetenkleister für Vlies, Normalkleister für Papier und Spezialkleister für schwere Vinyltapeten. Diese Zuordnung hilft bei der Auswahl, aber die konkreten Herstellerangaben auf Tapete und Kleisterpackung haben Vorrang.
Wie lange muss Papiertapete einweichen?
Es gibt keine pauschale Minutenzahl, weil die Weichzeit vom Produkt abhängt. Manche Hersteller nennen 5 bis 10 Minuten, andere 3 bis 5 Minuten. Die Angaben sind unterschiedlich, und eine zu lange Weichzeit kann die Prägung beschädigen.
Halten Sie sich deshalb an die Zeitangabe auf dem Einleger. Lassen Sie alle Bahnen möglichst gleich lang weichen, damit sie sich gleichmäßig verhalten. Wenn Sie unsicher sind, prüfen Sie die Produktanleitung, bevor Sie die Bahn an die Wand bringen.
Wie tapeziert man schwierige Ecken?
Ecken sind selten lotrecht, und ein schiefer Ansatz setzt sich über alle folgenden Bahnen fort. Arbeiten Sie stattdessen mit einer senkrechten Hilfslinie, die Sie mit Wasserwaage oder Lot an der Wand anzeichnen. Richten Sie die erste Bahn an dieser Linie aus.
Bei einer Innenecke schneiden Sie die Bahn so zu, dass sie etwa 1 bis 2 Zentimeter über die Ecke hinausragt. Drücken Sie den Überstand mit dem Tapezierspachtel in die Ecke und verwenden Sie das abgeschnittene Stück an der angrenzenden Wand weiter. Auf der neuen Wand richten Sie die nächste Bahn wieder lotrecht aus, statt sie der Ecke zu folgen.
Bei Mustertapeten an Ecken muss das Muster an der angrenzenden Wand nicht zwingend ohne Unterbrechung weiterlaufen. Die Bahn muss lotrecht bleiben. Richten Sie die nächste Bahn auf der neuen Wand sauber neu aus, statt das Muster durch eine ungerade Ecke schief weiterzuführen. Prüfen Sie den Musterverlauf an der Wand, bevor Sie kleistern.
Wie viel Verschnitt entsteht bei Mustertapeten?
Mustertapeten verursachen mehr Verschnitt als ansatzfreie Tapeten, weil Sie für den Musteranschluss zusätzliches Material einplanen müssen. Der tatsächliche Bedarf hängt von der Raumhöhe, dem Rollenmaß, dem Rapport und dem Versatz ab. Auch Ihr Zuschnittplan spielt eine Rolle. Eine pauschale Zahl für alle Tapeten gibt es nicht.
Planen Sie deshalb vorsichtig: Rechnen Sie Rapport und Versatz zur Wandhöhe hinzu und planen Sie eine Reserve ein. Viele Händler empfehlen bei Mustertapeten mindestens eine Reserverolle. Das ist ein sinnvoller Richtwert, aber keine Garantie. Wenn Sie unsicher sind, wie viel Material Sie brauchen, messen Sie die Wände genau und legen Sie den Zuschnittplan fest, bevor Sie kaufen.
