Wandmalerei ist mehr als große Wandbilder. Auch Akzentfarben, Schablonenmuster, Lasuren (dünne, durchscheinende Farbschichten) und strukturierte Spachteltechniken (Oberflächen aus aufgetragener Spachtelmasse) gehören dazu.
Für ein gutes Ergebnis muss der Untergrund fest, trocken und möglichst eben sein. Welche Technik Sie wählen, hängt von der gewünschten Wirkung und Ihrem handwerklichen Können ab.
Was zählt als Wandmalerei
Ein Wandbild ist ein direkt auf die Wand gemaltes Bild, etwa eine Landschaft oder ein Porträt. Eine dekorative Wandgestaltung nutzt Farbflächen, Schablonen, Lasuren oder strukturierte Oberflächen. Beides zählt als Wandmalerei, verlangt aber unterschiedliches Geschick. Ein freies Wandbild braucht Planung und Übung, während eine Akzentfläche oder ein Schablonenmuster auch für Einsteiger gut machbar ist.
Wandmalerei-Techniken im Überblick
Für ein einfaches Projekt eignen sich Akzentflächen und geometrische Formen. Sie sehen grafisch aus, lassen sich mit Malerkrepp sauber abgrenzen und sind an einem Wochenende fertig. Planen Sie die Kanten vorher und testen Sie die Farbe an einem Muster, weil sie auf der Wand anders wirkt als im Farbfächer.
Schablonenmuster eignen sich für Ornamente, Bordüren, Schriftzüge und wiederkehrende Motive. Das Muster lässt sich gut wiederholen, wenn Sie die Schablone fest anlegen und die Farbe senkrecht auftupfen. Auf glatten Flächen werden die Details schärfer als auf Raufaser, deren Struktur auch unter der Schablone sichtbar bleibt.
Ein freies Wandbild zeigt ein individuelles Motiv. Planen Sie Motiv und Größe zuerst auf Papier. Bei komplexen Szenen können Sie das Motiv mit einem Raster oder Projektor auf die Wand übertragen. Testen Sie die Übertragung vorher an einer Probefläche.
Lasur- und Wischtechniken hinterlassen eine sichtbare Struktur statt einer glatten Farbfläche. Die Werkzeugspuren gehören zum Design, deshalb legen Sie zuerst eine Musterfläche an. Spachtel- und Effekttechniken wie Beton- oder Rostoptik bringen viel Material auf die Wand und sind später schwerer zu überstreichen. Hier lohnt sich eine fachliche Beratung.
Die Wand richtig vorbereiten
Bevor Sie Farbe anrühren, prüfen Sie die Wand. Sie sollte fest, trocken und möglichst eben sein. Entfernen Sie vorher lose Tapeten oder abblätternde Farbschichten. Schließen Sie Löcher und Risse mit Spachtelmasse und lassen Sie alles vollständig trocknen.
Ob eine Grundierung nötig ist, hängt vom Untergrund ab. Ein einfacher Test hilft: Reibt die Hand Staub von der Wand oder dunkelt die Fläche nach einem feuchten Wischtest stark nach, lohnt sich eine Grundierung. Sie gleicht das Saugverhalten aus und verbessert die Haftung der Farbe.
Kleben Sie Boden, Fensterrahmen und Wandbereiche, die Sie nicht gestalten wollen, mit Malerkrepp ab. Schalten Sie bei Steckdosen und Schaltern vorher die Sicherung aus, bevor Sie die Abdeckungen entfernen. Beginnen Sie immer mit einer Probefläche, besonders bei Lasuren und mehreren Farbschichten. Sie zeigt, wie Farbe, Untergrund und Technik zusammenwirken.
Schablonenmuster anlegen
Für ein sauberes Schablonenmuster gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:
- Legen Sie Motiv und Abstand zwischen den Wiederholungen fest und testen Sie beides auf Papier oder einer Probefläche.
- Stellen Sie die Schablone aus festem Karton oder Pappe her oder verwenden Sie eine wiederverwendbare Schablone.
- Richten Sie die erste Schablone exakt aus, denn sie bestimmt die Ausrichtung aller folgenden Motive.
- Legen Sie die Schablone fest an und nehmen Sie nur wenig Farbe auf.
- Tupfen Sie die Farbe mit einem Stupfpinsel senkrecht von innen nach außen auf, statt unter der Schablone zu streichen.
- Heben Sie die Schablone vorsichtig ab und setzen Sie sie im Abstand des Musters fort.
Für ein wiederholtes Ornament macht eine zweite identische Schablone die Arbeit leichter, weil Sie die erste an ihrem Platz lassen können, während Sie die zweite weitersetzen. Bei Sprühfarbe tragen Sie Schutzkleidung, Handschuhe und einen Mund-Nasen-Schutz, weil feine Farbpartikel in die Luft gelangen.
Lasuren und Effekttechniken
Die Kreuzschlagtechnik ist eine Lasur- und Wischtechnik. Sie tragen Farbe, Lasur oder Streichputz auf und machen anschließend mit einer Bürste kreuzförmige Werkzeugspuren. Das Muster entsteht durch die Richtung der Striche, deshalb sollten Sie die Technik zuerst an einer Musterfläche üben.
Eine dekorative Wandlasur lässt den Farbton und die Struktur des Untergrunds durchscheinen. Das Aussehen hängt von Untergrund, Auftragstechnik und Schichtstärke ab. Die Hersteller empfehlen für größere Flächen ausdrücklich ein Muster am Objekt, weil sich die Wirkung nicht aus dem Farbfächer ablesen lässt. Beachten Sie die Verarbeitungshinweise des konkreten Produkts, denn nicht jede Lasur lässt sich gleich verarbeiten.
Spachtel-, Beton- und Rostoptiken bringen mehr Material auf die Wand. Sie sind aufwendiger aufzutragen und später nicht so leicht zu überstreichen wie eine normale Farbfläche. Wenn Sie eine solche Oberfläche planen, holen Sie sich die Produktanleitung des Herstellers oder eine fachliche Beratung.
Farbmenge und Kosten planen
Für die Farbmenge berechnen Sie die Wandfläche aus dem Umfang des Raums mal der Raumhöhe und ziehen Fenster- und Türflächen ab. Bei einem Raum von 5 mal 4 Metern und 2,5 Metern Höhe ergibt das 45 Quadratmeter Bruttofläche, abzüglich 4 Quadratmeter für Fenster und Türen bleiben 41 Quadratmeter. Die tatsächlich benötigte Farbmenge hängt von der Angabe des Herstellers zur Ergiebigkeit und der Zahl der geplanten Anstriche ab.
Die Kosten für Wandmalerei kann man nicht in einer einzigen Spanne zusammenfassen, weil die Leistungen sehr unterschiedlich sind. Ein selbst gestrichener Anstrich kostet nach einer Händlerangabe grob 3 bis 8 Euro pro Quadratmeter, ein Eimer Dispersionsfarbe mit 10 Litern etwa 20 bis 40 Euro und reicht je nach Untergrund für rund 60 Quadratmeter. Dekorative Malerarbeiten durch einen Betrieb liegen nach der Preisübersicht eines einzelnen Malerbetriebs bei 15 bis 60 Euro pro Quadratmeter, je nach Technik. Ein individuell entworfenes Wandbild rechnet ein Künstler als Gesamtprojekt; ein Anbieter nennt dafür einen Einstiegspreis.
Diese Zahlen stammen von einzelnen Händlern und Anbietern und sind keine repräsentativen Marktpreise. Lassen Sie sich für ein professionelles Wandbild ein konkretes Angebot mit klar ausgewiesenem Umfang geben: Entwurf, Vorbereitung, Material, Ausführung, eventuelle Zugangstechnik und Nacharbeiten. Ein stark detailliertes Motiv kann mehr Arbeit machen als eine größere, einfache Farbfläche. Die reine Quadratmeterzahl reicht für einen Vergleich nicht aus.
Die richtige Farbe wählen
Die Farbe muss zum Untergrund passen. Für viele Innenwände eignet sich Dispersionsfarbe, für Kalkputz Kalk- oder Silikatfarbe. Prüfen Sie vor dem Kauf die Produktangaben und ob die Farbe zu Ihrem Wandaufbau passt.
Wenn Sie Wert auf emissionsarme Farben legen, achten Sie auf das Umweltzeichen Blauer Engel. Innenwandfarben mit diesem Zeichen erfüllen nach Angaben des Umweltbundesamts Grenzwerte von 0,07 Prozent für flüchtige organische Verbindungen (VOC) und 0,05 Prozent für schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC). Der VOC-Gehalt liegt gegenüber herkömmlichen Dispersionsfarben um bis zu 95 Prozent niedriger. Diese Werte gelten für die zertifizierte Produktgruppe, nicht pauschal für jede als emissionsarm beworbene Farbe.
Ein transparenter Schutzlack ist nicht automatisch sinnvoll. Ob ein Schutzprodukt zur Farbe passt und die Oberfläche reinigungsfähig macht, hängt vom Produkt ab. Ein Hersteller empfiehlt bei bestimmten Kinderzimmer-Motiven einen Schutzüberzug. Das ist keine allgemeine Empfehlung für alle Wandfarben.