Wandschablonen richtig nutzen

Wandschablonen bringen Muster günstig an die Wand, ohne Tapezieren oder Freihandmalen. Eine Schablone ist eine Folie mit ausgeschnittenem Motiv, die Sie an die Wand halten und mit Farbe überstempeln. Das häufigste Problem: Farbe läuft unter die Folie und das Motiv wird unsauber. Das vermeiden Sie, indem Sie mit wenig Farbe und einem trockenen Werkzeug arbeiten.

Die zwei Schablonenarten und ihre Unterschiede

Es gibt zwei Arten von Wandschablonen, und die Handhabung unterscheidet sich deutlich.

Selbstklebende Schablonen ähneln Wandtattoos. Sie bestehen aus einer dünnen Folie, die auf einer Trägerfolie geliefert wird. Mit einer Transferfolie, also einer Klebefolie zum Übertragen, bringen Sie das Motiv an die Wand. Sie kleben direkt auf der Wand und halten dadurch von selbst. So läuft kaum Farbe darunter. Der Nachteil: Sie werden meist mit einer Schneidemaschine hergestellt und sind nur für eine einmalige Verwendung gedacht. Nach dem Abziehen verlieren sie ihre Klebekraft und lassen sich kaum sauber wiederverwenden.

Die zweite Art sind dekorative Schablonen aus nicht klebender Kunststofffolie. Sie können beide Seiten verwenden, dadurch halten sie länger, und sie lassen sich nach der Arbeit mit Wasser reinigen. Dafür müssen Sie sie während des Malens selbst fixieren, sonst verrutscht sie oder wölbt sich, und Farbe läuft darunter.

Warum Farbe unter die Schablone läuft

Das Verlaufen entsteht fast immer durch zu viel Farbe auf dem Werkzeug. Wenn Pinsel oder Schwamm stark mit Farbe getränkt sind, drückt der Druck beim Auftragen die Farbe an den Schnittkanten unter die Folie. Auch eine Schablone, die nicht flach anliegt, lässt Farbe durch. Kleine Falten, eine gewölbte Folie oder eine nicht sauber abgeklebte Kante reichen aus, damit das Motiv unscharf wird.

Auch die Konsistenz der Farbe spielt eine Rolle. Sehr flüssige Wandfarbe breitet sich nach dem Auftragen noch etwas aus und kriecht unter die Folie. Das passiert besonders, wenn Sie die Schablone zu früh abnehmen oder die Farbe noch nass ist.

Die richtige Farbtechnik gegen Verlaufen

Die wichtigste Regel ist: wenig Farbe, trockenes Werkzeug, tupfen statt streichen.

Nehmen Sie einen Stupfpinsel oder einen Schwamm und tauchen Sie ihn nur leicht in die Farbe. Streichen Sie die überschüssige Farbe auf einem Tuch oder Küchenpapier ab, bis der Pinsel fast trocken wirkt. Erst dann tupfen Sie die Farbe mit kurzen, senkrechten Bewegungen auf die Schablone. So gelangt Farbe auf die Wand, aber nicht unter die Folie.

Arbeiten Sie von den Rändern des Motivs nach innen. Wenn Sie zuerst die Mitte füllen, sammelt sich Farbe an den Schnittkanten und läuft eher darunter. Bei größeren Flächen innerhalb eines Motivs können Sie nach den ersten Tupfern mit einem kleinen Schaumstoffroller nacharbeiten, der Roller muss aber ebenfalls fast trocken sein.

Tragen Sie dünne Schichten auf. Eine erste Schicht, die alles abdeckt, ist selten nötig, zwei bis drei dünne Lagen mit kurzer Trockenzeit dazwischen ergeben ein sauberes, gleichmäßiges Motiv. Warten Sie, bis die erste Schicht angetrocknet ist, bevor Sie die nächste auftragen.

Schablone fixieren und Ränder sauber halten

Bei nicht klebenden Schablonen hängt ein sauberes Muster von der Fixierung ab. Verwenden Sie Malerkrepp (Abklebeband) an mehreren Stellen, um die Folie flach an die Wand zu drücken. Achten Sie darauf, dass keine Falten entstehen, besonders an den Rändern des Motivs.

Für schwer zu fixierende Stellen hilft Sprühkleber mit niedriger Klebkraft. Sprühen Sie eine dünne Schicht auf die Rückseite der Schablone, lassen Sie sie kurz antrocknen und drücken Sie die Folie dann auf die Wand. Der Kleber hält die Schablone flach, lässt sich aber nach der Arbeit wieder lösen. Testen Sie das an einer unauffälligen Stelle, wenn Sie unsicher sind, ob der Kleber die Wand beschädigt.

Bei selbstklebenden Schablonen brauchen Sie diesen Schritt nicht, hier müssen Sie nur darauf achten, dass die Folie beim Übertragen mit der Transferfolie ohne Luftblasen aufliegt. Drücken Sie die Folie von der Mitte nach außen an, damit keine Luft unter die Schablone gelangt.

Schablonen reinigen und wiederverwenden

Nicht klebende Kunststoffschablonen halten mehrere Einsätze, wenn Sie sie direkt nach der Arbeit reinigen. Waschen Sie die Folie mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel ab, bevor die Farbe eintrocknet. Eingetrocknete Farbe lässt sich nur schwer entfernen und verstopft die feinen Schnittkanten, sodass das nächste Motiv unsauber wird.

Trocknen Sie die Schablone vollständig, bevor Sie sie lagern. Legen Sie sie flach oder hängen Sie sie auf, eine geknickte Folie liegt später nicht mehr sauber an der Wand auf. Selbstklebende Schablonen sind nach dem Abziehen in der Regel verbraucht, ein erneutes Aufkleben lohnt sich wegen der verlorenen Klebkraft nicht.