Ein Wandtattoo ist eine selbstklebende Folie für Wände, Türen oder Möbel. Ob das Motiv hält und blasenfrei aussieht, hängt von der Wand, dem Motiv und der Montagetechnik ab. Wenn Sie die Wand richtig vorbereiten und die Folie langsam von der Mitte nach außen andrücken, bekommen Sie ein sauberes Ergebnis ohne Luftblasen.
Wand und Motiv prüfen
Vor dem Kauf sollten Sie kurz prüfen: Wo soll das Wandtattoo hin, wie viel Platz ist dort, und aus welchem Material besteht die Wand? Messen Sie die freie Fläche an der Wand aus und vergleichen Sie sie mit den Produktmaßen. Bei unregelmäßigen Motiven beschreiben die Größenangaben oft die größte Breite und Höhe des Motivs. Schauen Sie deshalb in die Produktbeschreibung, statt nur die Maße auf der Verpackung zu übernehmen.
Auch die Farbe sollte zur Wand und zur Einrichtung passen. Produktbilder auf dem Bildschirm können vom tatsächlichen Folienfarbton abweichen, weil Monitorhelligkeit und Einstellungen die Darstellung beeinflussen. Wenn verfügbar, hilft ein physisches Farbmuster oder eine Produktprobe bei der Auswahl.
Welche Wand geeignet ist
Am besten eignen sich saubere, trockene Flächen mit einfacher, matter Wandfarbe, also einem Dispersionsanstrich. Raufaser und mäßig strukturierter Putz können ebenfalls funktionieren. Auf stark strukturiertem Putz ist es schwieriger, alle Bereiche der Folie anzudrücken, weil die Rakel über die Unebenheiten hinweggeht.
Seien Sie vorsichtig bei glänzenden, abwaschbaren oder wasser- und schmutzabweisenden Farben und Tapeten. Auch Latex-, Silikon- und teilweise Acrylanteile können die Haftung erschweren. Die genaue Zusammensetzung von Wandfarben variiert. Aus der Bezeichnung allein können Sie nicht sicher vorhersagen, ob die Folie hält. Bei Unsicherheit testen Sie an einer unauffälligen Stelle: Ein kleines Probestück zeigt, ob das Motiv auf dieser Wand haftet.
Die Wand sollte vor der Montage staub-, fett- und schmutzfrei sein. Anbieter nennen für geeignete Flächen eine Temperatur über 10 Grad Celsius. Auf Glas und Fliesen gilt: Ein Reiniger mit schmutzabweisendem Lotuseffekt kann die Haftung beeinträchtigen.
Wartezeit nach dem Streichen
Hier gibt es keine einheitliche Angabe. Manche Händler nennen mindestens zwei Wochen, andere Anleitungen empfehlen mindestens drei Wochen nach dem Streichen oder Tapezieren. Bei frischem Putz sollten Sie länger warten, bis er durchgetrocknet ist.
Das bedeutet: Beachten Sie zuerst die Anleitung des konkreten Produkts. Wenn sie keine Frist nennt, sollten Sie sich nicht allein auf eine pauschale Zahl verlassen. Die Wand muss vollständig trocken sein. Bei Unsicherheit warten Sie lieber länger und verwenden zunächst ein kleines Probestück. Drei Wochen sind eine vorsichtige Orientierung und entsprechen den längeren Händlerempfehlungen, aber keine allgemeingültige Norm.
Schritt für Schritt anbringen
Legen Sie vorab die mitgelieferte Rakel, ein fusselfreies Tuch, eine Wasserwaage und Klebeband zum Markieren bereit. Eine Rakel ist ein flaches Werkzeug, mit dem Sie die Folie auf der Wand andrücken. Eine Schere, ein Föhn und eine zweite Person können zusätzlich nützlich sein. Wandtattoos bestehen bei den beschriebenen Produkten häufig aus drei Schichten: Motiv, weißes Trägerpapier und durchsichtige Transferfolie, die das Motiv beim Anbringen trägt. Aufbau und Zubehör können je nach Produkt abweichen. Die beiliegende Anleitung hat Vorrang.
- Wand vorbereiten. Prüfen Sie, dass die Fläche sauber und trocken ist. Legen Sie das Motiv an die gewünschte Stelle und richten Sie es mit der Wasserwaage aus. Orientieren Sie sich am Motiv selbst, denn die Ränder der Folie müssen nicht parallel zur Grafik verlaufen. Markieren Sie die Position mit Klebeband.
- Motiv auf die Transferfolie übertragen. Legen Sie das Tattoo auf eine feste, ebene Unterlage und reiben Sie mit der Rakel über das Motiv. Drehen Sie es um und ziehen Sie das weiße Trägerpapier langsam ab. Bleiben Teile hängen, legen Sie das Papier zurück und rakeln die betreffenden Stellen noch einmal.
- Motiv straff ansetzen. Halten Sie das Wandtattoo an den oberen Ecken und setzen Sie es an den Markierungen an. Bei einem großen Motiv hilft eine zweite Person, damit die Folie nicht durchhängt oder umknickt.
- Luft und Falten herausarbeiten. Rakeln Sie das Motiv sorgfältig an, am besten von der Mitte nach außen, und arbeiten Sie auch kleine Elemente, Ecken und feine Linien nach. So streichen Sie eingeschlossene Luft in Richtung der Ränder heraus.
- Transferfolie abziehen. Ziehen Sie sie langsam und in einem möglichst flachen Winkel ab. Bleibt ein Teil des Motivs an der Transferfolie, klappen Sie sie vorsichtig zurück und drücken diese Stelle erneut an, bevor Sie weiter abziehen.
- Abschließend festdrücken. Gehen Sie mit einem sauberen, fusselfreien Tuch noch einmal über das Motiv. Auf unebenen Flächen können Sie einzelne Stellen vorsichtig mit einem Tuch oder den Fingern andrücken.
Wenn die Folie nicht haftet
Auf strukturierten Flächen kann die Rakel über hervorstehende Unebenheiten hinweggehen. Drücken Sie solche Stellen anschließend mit einem weichen Tuch oder vorsichtig mit den Fingern an. Bei weiterhin abstehenden Bereichen empfehlen Händler, das Motiv auf niedrigster Wärmestufe leicht anzuwärmen und es danach mit einem Tuch anzudrücken. Ob das auf jeder Struktur hält, hängt vom Untergrund ab. Bei sehr grobem Putz oder problematischem Anstrich sollten Sie zuerst testen.
Wandtattoo entfernen
Zum Ablösen heben Sie eine Ecke vorsichtig an und ziehen das Motiv langsam in flachem Winkel ab. Bei fest haftender Folie hilft vorsichtiges Anwärmen mit einem Föhn. Händler warnen jedoch, dass sich je nach Wand, Anstrich, Putz oder Zustand der Tapete Partikel lösen können. Gerade bei bröckelnder oder mehrfach überstrichener Wandfarbe ist Vorsicht angebracht. Laut den Anbietern ist ein abgezogenes Wandtattoo normalerweise nicht wiederverwendbar.