Wenn Sie einen Raum neu gestalten, entscheiden Sie zuerst, ob Sie die Wände streichen, tapezieren oder mit einer Struktur versehen. Welche Wandfarbe passt, hängt davon ab, wie stark die Wand beansprucht wird und aus welchem Material sie besteht. Neben dem Farbton sollten Sie prüfen, wie gut die Farbe deckt und sich reinigen lässt. Beachten Sie auch die Verarbeitungshinweise.

Wandfarbe, Tapete oder Struktur?

Sie können die Räume unterschiedlich gestalten. Ein einfarbiger Anstrich wirkt im Wohnbereich ruhig. Eine gemusterte Tapete oder eine einzelne farbige Wand setzt einen Akzent. Lehmfarben und andere Spezialbeschichtungen bieten weitere Oberflächen und Wirkungen. Prüfen Sie die Angaben zum konkreten Produkt: Aus dem Materialnamen allein lässt sich zum Beispiel nicht ableiten, wie waschfest die Farbe ist oder welche Inhaltsstoffe sie hat.

Denken Sie auch daran, wie aufwendig die nächste Renovierung wird. Eine glatte, gestrichene Wand lässt sich oft leichter überarbeiten als eine stark strukturierte oder gemusterte Oberfläche. Bei Tapeten zählt neben dem Material auch der Kleister. Farben, Tapeten und Klebstoffe können Stoffe an die Raumluft abgeben. Angaben auf der Verpackung und Umweltzeichen helfen Ihnen bei der Auswahl.

Den passenden Farbton finden

Tageslicht, Lampen, Wandfläche und Einrichtung beeinflussen, wie ein Farbton wirkt. Helle Wände und Decken lassen einen Raum offener oder höher erscheinen. Wie deutlich dieser Eindruck ist, hängt vom ganzen Raum ab. Auch dunkle oder kräftige Farben passen, wenn Ihnen die Wirkung gefällt und sie zur Einrichtung passt. Regeln wie „Rot macht unruhig“ oder „Dunkel beruhigt“ helfen bei der Farbwahl nicht zuverlässig.

Testen Sie den Farbton im Raum. Streichen Sie ein ausreichend großes Muster auf die Wand oder eine geeignete Musterplatte. Betrachten Sie es bei verschiedenen Lichtverhältnissen und warten Sie, bis die Farbe laut Herstellerangabe getrocknet ist. So sehen Sie, wie der Farbton an Ihrer Wand wirkt. Ein kleiner Farbfächer oder die Farbe im Eimer zeigt das weniger genau.

Farbe nach Beanspruchung auswählen

Dispersionsfarben sind eine verbreitete Wahl für Innenwände. Je nach Produkt unterscheiden sich Deckkraft und Reichweite; auch wie gut sich die Farbe reinigen lässt, variiert. Prüfen Sie deshalb, für welchen Untergrund die Farbe geeignet ist und welche Angaben der Hersteller zu Verbrauch und Deckkraft macht. Für Flure, Treppenhäuser und andere stark beanspruchte Wände hilft auch die Nassabriebklasse. Sie gibt an, wie gut ein Anstrich feuchtes Reinigen aushält. Nach DIN EN 13300 ist Klasse 1 am beständigsten und Klasse 5 am wenigsten beständig. Auch robuste Farbe verträgt nicht jedes Reinigungsmittel und kein kräftiges Scheuern.

Der Name „Latexfarbe“ kann irreführen. Klassische Wandfarbe mit Kautschuklatex ist heute selten. Im Handel heißt so meist eine robuste Dispersionsfarbe, deren Oberfläche sich reinigen lässt. Verwenden Sie sie für stark beanspruchte Flächen, wenn der Hersteller sie dafür empfiehlt. In Badezimmern und Küchen ersetzt strapazierfähige Farbe weder ausreichendes Lüften noch die Behebung baulicher Feuchteprobleme.

Lehmfarben und andere Spezialfarben haben unterschiedliche Inhaltsstoffe und Eigenschaften. Prüfen Sie im technischen Merkblatt, was der Hersteller zur Regulierung der Raumfeuchte, zur Reinigbarkeit und zum Raumklima angibt. Wenn Sie möglichst geringe Emissionen möchten, lesen Sie die Inhaltsstoffangaben und achten Sie auf ein passendes Umweltzeichen. Der Blaue Engel kennzeichnet bestimmte Innenwandfarben. Wasserbasierte oder geruchsarme Farbe ist nicht automatisch emissionsfrei. Lüften Sie während und nach der Renovierung.

Farbe selbst abtönen

Geben Sie die Abtönfarbe nach und nach zur weißen Grundfarbe und rühren Sie sie gründlich ein. So können Sie die Farbintensität Schritt für Schritt anpassen. Wenn Sie mehrere Eimer derselben Farbe brauchen, mischen Sie die gesamte benötigte Menge in einem ausreichend großen Gefäß. So fallen Farbunterschiede zwischen den Eimern weniger auf.

Streichen Sie zuerst eine Musterfläche und beurteilen Sie den Farbton, wenn die Farbe getrocknet ist. Notieren Sie die Farben und Mengen, die Sie verwendet haben. Eine selbst gemischte Farbe lässt sich später nur schwer genau nachmischen. Geben Sie Wasser nur hinzu, wenn der Hersteller es für das Produkt und die geplante Verarbeitung erlaubt, und halten Sie sich an die angegebene Menge. Zu viel Wasser kann das Streichen und das Ergebnis beeinträchtigen.

Wände vorbereiten und streichen

Farbe haftet am besten auf einem sauberen, trockenen und festen Untergrund. Entfernen Sie Staub und lose Teile und bessern Sie beschädigte Stellen aus. Prüfen Sie auch, ob die Wand stark oder ungleichmäßig saugt. Bei schwierigen Untergründen brauchen Sie eventuell eine Grundierung. Welche passt, hängt von der Wand und der Farbe ab. Beachten Sie die Produktangaben.

Räumen Sie die Möbel aus dem Raum oder decken Sie sie sorgfältig ab. Schützen Sie den Boden, Steckdosen, Leisten und Fensterrahmen. Sie brauchen Abdeckmaterial, Malerkrepp, einen Pinsel für Kanten, eine Farbrolle, eine Teleskopstange, eine Rührhilfe und Kleidung, auf die Farbspritzer kommen dürfen. Nutzen Sie eine standsichere Leiter. Steigen Sie nicht auf Möbel oder selbst gebaute Erhöhungen.

Rühren Sie die Farbe vor dem Streichen gründlich um. Streichen Sie zuerst Ecken und Kanten und danach die Wand in zusammenhängenden Abschnitten. Arbeiten Sie nass in nass: Streichen Sie die nächste Bahn, solange die vorherige noch feucht ist. So entstehen seltener sichtbare Ansätze. Wenn ein zweiter Anstrich nötig ist, warten Sie die vom Hersteller angegebene Trocknungszeit ab.

Schalten Sie bei Arbeiten an Steckdosen den Strom am Sicherungskasten ab, bevor Sie die Abdeckungen entfernen. Lüften Sie während und nach dem Streichen. Wenn Sie sich die Arbeit nicht zutrauen oder Ihnen Zeit und Ausrüstung fehlen, beauftragen Sie einen qualifizierten Malerbetrieb. Legen Sie vorher genau fest, welche Arbeiten der Betrieb übernimmt und wann sie fertig sein sollen.