Wandfarbe richtig auswählen und auftragen

Die richtige Wandfarbe und der saubere Auftrag hängen vom Raum und vom Zustand der Wände ab. Im Wohnzimmer deckt die billigste Baumarktfarbe oft schlecht, sodass Sie doppelt streichen müssen. Auf kreidendem oder abblätterndem Untergrund zeigen sich die Fehler später an der Wand.

Wandfarbe nach Raum wählen

Fast alle Wandfarben für den Innenbereich sind Dispersionsfarben. Das sind Farben, deren Bindemittel nach dem Trocknen nicht mehr wasserlöslich ist. Sie können die Farbe aber vor dem Streichen mit Wasser verdünnen. Die Dispersionsfarben unterscheiden sich aber deutlich in Qualität und Belastbarkeit. Sie erkennen das an der Bezeichnung auf dem Eimer.

Die günstigste Variante ist die scheuerfeste Dispersion. Sie eignet sich für Keller und Garagen, also für Räume, in denen niemand die Wand genau ansieht. Der Nachteil: Sie deckt schlecht und braucht meist zwei Anstriche. Für Wohnräume ist sie die falsche Wahl, weil Sie mehr Farbe verbrauchen und trotzdem kein gleichmäßiges Ergebnis bekommen.

Für Wohn- und Schlafzimmer empfiehlt sich eine waschbeständige Dispersion. Sie deckt deutlich besser, lässt sich mit Pinsel und Rolle gleichmäßig verarbeiten und hält normaler Reinigung stand. Wenn Sie also ein paar Mal mit einem feuchten Tuch über die Wand gehen wollen, reicht diese Klasse völlig aus.

In Räumen mit höherer Belastung greifen Sie zur scheuerbeständigen Dispersion. Sie ist mechanisch robuster und verträgt mehr Abrieb. Das macht sie zur richtigen Wahl für Badezimmer, Flure und Küchen, wo Wände schneller schmutzig werden oder häufiger angefasst werden.

Die Latexfarbe ist eine Sonderform. Sie ist eine besonders haltbare Dispersionsfarbe für innen und außen. Sie ist gegen normale Reinigungsmittel unempfindlich und eignet sich deshalb gut für Treppenhäuser. Wichtig zu wissen: Latexfarbe lässt keinen Wasserdampf durch. In Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit, etwa einem Bad ohne Fenster, sollten Sie sie deshalb nicht verwenden, weil Feuchtigkeit dann nicht mehr durch die Wand entweichen kann.

Untergrund vorbereiten

Bevor Sie den Pinsel in die Hand nehmen, prüfen Sie die Wand. Streichen Sie nur auf festen, tragfähigen Flächen. Wenn Farbe abblättert, müssen Sie diese Stellen entfernen, sonst hält der neue Anstrich nicht. Auch Leimfarbe und kreidende Flächen, also Wände, die beim Darüberwischen Staub abgeben, müssen Sie vorher abwaschen. Auf einem solchen Untergrund haftet keine neue Farbe.

Bei bestimmten Untergründen ist eine Grundierung Pflicht. Schleifputz, also Putz mit einer rauen, sandigen Oberfläche, nimmt Farbe sonst ungleichmäßig auf. Hier tragen Sie vor dem Streichen eine lösemittelfreie Tiefengrundierung auf. Bei Gipsputz und Beton gilt dasselbe, mit einer Einschränkung: Die Grundierung muss zur Wandfarbe passen. Am sichersten wählen Sie Grundierung und Farbe vom gleichen Hersteller und aus dem gleichen System, weil die Hersteller ihre Produkte aufeinander abstimmen. Wenn Sie hier sparen und direkt auf den rohen Putz streichen, saugt die Wand die Farbe ungleichmäßig auf. Es entstehen matte Flecken, die Sie später nicht mehr wegbekommen.

In drei Schritten streichen

Die Reihenfolge beim Streichen ist immer dieselbe, ob Sie eine kleine Wand oder ein ganzes Zimmer streichen.

Zuerst kleben Sie alles ab, was keine Farbe bekommen soll: Fußleisten, Steckdosen und Lichtschalter. Verwenden Sie dafür Malerkrepp und drücken Sie es gut an, damit keine Farbe darunterläuft.

Im zweiten Schritt streichen Sie die Ecken und Kanten. Das machen Sie mit einem Pinsel, weil die Rolle nicht in die scharfen Winkel kommt. Arbeiten Sie hier sorgfältig, denn diese Bereiche sind später am schwersten zu korrigieren.

Erst danach streichen Sie die großen Flächen mit der Rolle. Streichen Sie in Bahnen von oben nach unten und überlappen Sie die Bahnen leicht, damit keine Streifen entstehen. Wenn die Farbe nach dem ersten Anstrich noch durchscheint, lassen Sie sie trocknen und streichen Sie eine zweite Schicht. Das ist bei den meisten Farben ohnehin nötig, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu bekommen.