Wenn aus dem Kinderzimmer ein Jugendzimmer wird, sollte der Jugendliche bei der Gestaltung mitentscheiden. Die Wandfarbe kann den Geschmack des Jugendlichen zeigen und einzelne Bereiche persönlicher wirken lassen.
Es gibt keinen Nachweis, dass eine bestimmte Farbe ruhiger oder konzentrierter macht. Wählen Sie Töne, die dem Jugendlichen gefallen, und setzen Sie sie zum Beispiel an einer Akzentwand, am Schreibtisch oder als neue Grundfarbe ein. So verändert sich das Zimmer Schritt für Schritt.
Jugendliche bei der Farbwahl einbeziehen
Fragen Sie nicht nur nach der Lieblingsfarbe. Besprechen Sie gemeinsam, welche Wand gestrichen wird, wie kräftig der Farbton sein soll und ob der Jugendliche beim Planen oder Streichen mitmachen möchte. So entscheiden Sie gemeinsam, wie der Wunsch im Zimmer umgesetzt wird.
So können Sie vorgehen: Der Jugendliche wählt aus, welche Farbe oder Farbfläche den Raum prägen soll. Sie klären gemeinsam Budget, Untergrund und Aufwand. Falls die Wahl sehr kräftig ausfällt, lässt sich die Farbe zunächst auf eine einzelne Wand oder einen begrenzten Bereich beschränken. Das ist ein Kompromiss, der den eigenen Geschmack sichtbar macht und spätere Änderungen überschaubar hält.
Vermeiden Sie feste Zuordnungen wie „Mädchenfarben“ oder „Jungenfarben“. Ein Jugendzimmer sollte die Vorlieben der Person zeigen, die darin lebt. Diese Vorlieben können sich mit der Zeit ändern, deshalb lohnt es sich, über Wandflächen zu sprechen, die sich später leicht überstreichen lassen.
Persönliche Bereiche markieren
Eine farbige Wand hinter dem Bett, ein Feld am Schreibtisch oder eine andere klar abgegrenzte Fläche kann zeigen, welcher Bereich zum persönlichen Platz gehört. In einem geteilten Zimmer lässt sich zum Beispiel jeder Schlaf- oder Arbeitsbereich anders gestalten. So bekommt der eigene Platz eine sichtbare Grenze, ohne dass der ganze Raum neu gestrichen werden muss.
Eine qualitative Studie des Deutschen Jugendinstituts mit 54 Kindern und Jugendlichen zeigt, dass persönliche Bereiche und eigene Gegenstände für junge Menschen in geteilten Zimmern Bedeutung haben. Die Befragten äußerten im Jugendalter auch den Wunsch nach mehr Privatsphäre. Die Untersuchung war nicht repräsentativ und untersuchte keine Wandfarben. Sie belegt daher nicht, dass eine farbige Fläche Privatsphäre schafft.
Farbe kann Zugehörigkeit ausdrücken, ersetzt aber keine räumliche Abgrenzung. Wenn zwei Jugendliche ein Zimmer teilen, sollten sie zusätzlich klären, welche Gegenstände, Bereiche und Zeiten jeweils privat sind. Eine Farbzone kann diese Absprachen sichtbar machen, aber nicht für sie sorgen.
Wandfarben gemeinsam auswählen
Besprechen Sie gemeinsam, welche Wirkung oder welches Aussehen dem Jugendlichen gefällt, statt eine vermeintlich richtige Farbe vorzugeben. Wer einen zurückhaltenden Raum bevorzugt, kann gedeckte Töne testen. Wer kräftige Farben mag, kann damit eine Wand gestalten oder einzelne Flächen betonen. Beides sind Stilentscheidungen, keine verlässlichen Mittel für besseren Schlaf oder bessere Konzentration.
Die Forschung zu Farben und Gefühlen liefert keine einfachen Regeln für Jugendzimmer. Eine Übersichtsarbeit sichtete 31 Studien zu empfundenen Gefühlen; nur acht untersuchten Menschen in farbigen Umgebungen, und deren Ergebnisse waren uneinheitlich. Auch wenn eine Farbe in einer Studie mit einem Gefühl verbunden ist, beweist das nicht, dass eine gestrichene Wand bei einer bestimmten Person dieselbe Wirkung auslöst.
Suchen Sie Farbmuster deshalb direkt im Zimmer aus. Ein Farbton wirkt je nach Tageslicht, Lampen und Umgebung anders. Halten Sie Muster an die vorgesehene Wand und prüfen Sie sie zu verschiedenen Tageszeiten, bevor Sie sich für die ganze Fläche entscheiden.
Wandfarbe später ändern
Eine neutrale Grundfarbe ist keine Pflicht. Sie kann aber sinnvoll sein, wenn sich der Geschmack schnell ändert oder mehrere Wandfarben zur Wahl stehen. Kräftige Töne lassen sich dann über eine Akzentwand, farbige Formen oder austauschbare Dekoration ergänzen. Wer eine intensive Farbe auf allen Wänden möchte, kann das ebenfalls umsetzen, sollte aber vorher besprechen, wie aufwendig ein späterer Anstrich wäre.
Auch einzelne Farbflächen bieten Spielraum: Ein geometrisches Feld am Schreibtisch, eine farbige Ecke hinter dem Bett oder eine kontrastierende Wand lassen sich leichter verändern als ein komplexes Muster im ganzen Raum. Stimmen Sie die Fläche mit Möbeln und vorhandenen Farben ab, damit der Jugendliche sieht, wie die Auswahl im eingerichteten Zimmer wirkt.
Innenwandfarbe auswählen
Achten Sie beim Kauf auf emissionsarme Innenwandfarbe. Wandfarben bedecken große Flächen, deshalb sind Produkte mit geringen Emissionen eine sinnvolle Wahl. Der Blaue Engel führt Kriterien für emissionsarme Innenwandfarben; prüfen Sie beim Kauf, ob das konkrete Produkt entsprechend gekennzeichnet ist.
Beachten Sie außerdem die Herstellerhinweise zum Untergrund, zur Verarbeitung und zum Lüften. Ein gut vorbereiteter Untergrund und die passende Farbe erleichtern den Anstrich und helfen, ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.