Eine dunklere Decke lässt hohe Räume niedriger wirken. Ein rundum gestrichener Farbstreifen am oberen Wandrand teilt die große Wandfläche. Warme, gedeckte Farben und verschiedene Helligkeitsstufen machen den Raum behaglicher. Auch Tageslicht, Einrichtung und persönlicher Geschmack beeinflussen den Eindruck.

Die Decke optisch absenken

Streichen Sie die Decke etwas dunkler als die Wände, wenn der Raum niedriger wirken soll. Ein kleiner Farbunterschied, etwa warmweiße Wände und eine beigefarbene Decke, wirkt ruhiger als eine dunkle Decke über strahlend weißen Wänden. Soll der Übergang stärker auffallen, streichen Sie die Decke und den obersten Wandbereich im selben Ton.

Ein etwa zehn Zentimeter breiter Streifen, der von der Decke auf die Wand übergeht, dient als grober Richtwert. Er bildet einen sichtbaren Abschluss, ist aber keine verbindliche Idealhöhe. Markieren Sie die Kante vor dem Streichen mit Malerkrepp und betrachten Sie den Verlauf aus verschiedenen Blickwinkeln. So sehen Sie, ob der Streifen zur Raumhöhe und zur Einrichtung passt.

Eine Studie aus dem Jahr 2018 mit 22 Versuchspersonen untersuchte, wie hell oder dunkel eine Decke die wahrgenommene Raumhöhe beeinflusst. In den gezeigten Darstellungen wirkten Räume mit dunkleren Decken niedriger. Die Studie untersuchte jedoch weder echte Wohnräume noch, wie behaglich sie wirken. Eine dunklere Decke lässt den Raum also optisch kompakter erscheinen, macht ihn aber nicht automatisch gemütlicher.

Wandflächen mit Farben gliedern

Ein farbiger Streifen am unteren Wandrand oder eine halbhohe Farbteilung bringt eine waagerechte Linie an die hohe Wand. Für ein ruhiges Bild wählen Sie ähnliche Farben, zum Beispiel helles Sandbeige oben und ein etwas dunkleres Beige unten. Ein stärkerer Kontrast, etwa ein dunklerer Sockel unter einer hellen Wand, fällt mehr auf.

Für die Höhe der Teilung gibt es keine feste Regel. Richten Sie die Farbkante an vorhandenen Elementen wie Möbeln, Fensterbänken oder Bildern aus. Kleben Sie die geplante Linie zunächst ab und prüfen Sie, ob sie gut in den Raum passt. Zu viele einzelne Farbfelder können unruhig wirken. Mit wenigen Farben, die gut zusammenpassen, wirkt der Raum stimmiger.

Farben passend zum Licht wählen

Warme Farben lassen hohe Räume weicher wirken. Sand und Terrakotta bringen diese Wirkung ebenso mit wie gedecktes Rot und erdiges Braun. Dunkle Farben wirken näher und machen den Raum zugleich dunkler. In einem Zimmer mit wenig Tageslicht ist eine mittelhelle, warme Decke daher oft besser geeignet als ein sehr dunkler Anstrich.

Wirkung Farbkombination
Warm und zurückhaltend Sandbeige Wände, etwas dunklere Decke in Beige oder Greige
Natürlich und ruhig Helle warme Wände, gedecktes Olivgrün an Decke und oberem Wandstreifen
Ausdrucksstark Helle Wände, dunkle Decke in Blau, Petrol oder Terrakotta
Einhüllend Wände und Decke in abgestuften Nuancen eines warmen Farbtons

Wählen Sie einen Vorhang, Teppich oder ein Kissen in der kräftigen Deckenfarbe. So passt die Decke besser zum übrigen Raum. Sehen Sie sich Farbmuster bei Tageslicht und abends unter der vorhandenen Beleuchtung an. Je nach Licht wirkt eine Farbe anders.

Farbfehler bei hohen Räumen vermeiden

Eine sehr dunkle Decke über weißen Wänden bildet einen starken Kontrast und kann den Raum streng wirken lassen. Für einen weicheren Eindruck kombinieren Sie ähnliche Beige-, Greige- oder Weißtöne. Warme Farben wirken ebenfalls wenig gemütlich, wenn sie zu kräftig sind oder nicht zum übrigen Raum passen.

Wählen Sie die Farben für Decke, Wandbereiche und Akzentflächen gemeinsam aus. Legen Sie zuerst eine kleine Farbpalette fest und prüfen Sie die Töne zusammen. Bei einer dunklen Decke in einem ohnehin dunklen Raum ist Zurückhaltung wichtig: Ein weniger kräftiger oder hellerer Farbton lässt mehr Helligkeit im Raum.