Als Grundfarben im Baby- und Kleinkindzimmer eignen sich helle, gedeckte Töne. Dazu zählen Salbei, Mint und Hellblau. Auch Flieder, Rosé, Apricot, Creme und Beige gehören dazu. Kräftige Farben können Sie gezielt an einer Wand oder mit Dingen einsetzen, die sich leicht austauschen lassen, etwa Bettwäsche und Bilder.

Mit ruhigen Farben wirkt der Raum zurückhaltend. Dass sie Unruhe oder Schlafprobleme lindert, ist nicht belegt. Für die Sicherheit ist vor allem die Zusammensetzung der Wandfarbe entscheidend. Wählen Sie emissionsarme Produkte und beachten Sie die Herstellerhinweise. Lüften Sie nach dem Streichen gründlich.

Pastelltöne als ruhige Basis

Pastellfarben wirken an großen Wandflächen zurückhaltend und lassen Raum für Spielzeug und Dekoration. Salbei und Mint passen gut zu hellem Holz und weißen Möbeln. Hellblau harmoniert ebenfalls mit Weiß, wirkt mit warmen Holztönen aber weniger kühl. Creme, Beige und Apricot bilden eine warme Grundlage; zartes Rosé und Flieder lassen sich mit Weiß oder hellem Grau kombinieren.

„Ruhig“ beschreibt hier den optischen Eindruck, keine garantierte Wirkung auf das Kind. Eine 1999 veröffentlichte Untersuchung mit 30 Vorschulkindern untersuchte die Raumgestaltung und das kooperative Verhalten der Kinder. Sie belegt weder, dass Pastellfarben beruhigen, noch dass eine bestimmte Wandfarbe den Schlaf verbessert.

Farbe gezielt ergänzen

Wenn Sie mehr Kontrast möchten, können Sie eine einzelne Wand oder einen begrenzten Bereich kräftiger streichen. Bunte Akzente setzen Sie etwa mit Kissen oder Vorhängen. Auch Bilder und Spielsachen bringen Farbe ins Zimmer. Solche Akzente lassen sich leichter austauschen als ein kompletter Wandanstrich, wenn sich die Vorlieben des Kindes ändern.

Halten Sie die übrigen Wandflächen eher zurückhaltend, wenn bereits viele farbige Möbel oder Spielsachen im Zimmer stehen. Bei schlicht eingerichteten Räumen darf ein einzelner kräftiger Ton stärker hervortreten. Eine feste Regel, wie viel Farbe ein Kind braucht, gibt es nicht.

Möbel und Wandton abstimmen

Richten Sie die Wandfarbe zuerst nach den Möbeln aus, die im Zimmer bleiben. Weiße Möbel passen zu den meisten Pastelltönen. Helles Holz ergänzt Salbei, Mint und Beige; wärmere Holztöne schaffen auch neben Hellblau einen wohnlichen Ausgleich. Zu Flieder und Rosé bilden Weiß und helles Grau einen zurückhaltenden Hintergrund.

Bei Beige, Creme oder Sand bringen einzelne grüne, blaue oder apricotfarbene Textilien Abwechslung ins Zimmer. Möbel aus hellem Holz sowie weiße oder graue Möbel gleichen kräftige Wandfarben aus. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie eine gedeckte Wandfarbe und setzen Sie stärkere Farbtöne zunächst bei leicht wechselbaren Accessoires ein.

Auf emissionsarme Wandfarbe achten

Wandfarbe bedeckt große Flächen und beeinflusst dadurch die Raumluft. Der Blaue Engel bietet bei bestimmten Innenwandfarben eine Orientierung für emissionsarme Produkte. Emissionen sind Stoffe, die aus einem Produkt an die Raumluft abgegeben werden. Das Zeichen bestätigt, dass die Farbe festgelegte Anforderungen erfüllt. Es bedeutet aber weder, dass sie völlig schadstofffrei ist, noch dass alle Menschen sie beschwerdefrei vertragen.

Prüfen Sie, ob das Zeichen für genau die gewünschte Farbe gilt. Auch beim Abtönen kommt es auf die verwendete Pigmentpaste an: Erfüllt sie die Kriterien nicht, kann auch die gemischte Farbe die Anforderungen des Blauen Engels nicht mehr erfüllen. Die Kriterien beziehen sich außerdem nur auf bestimmte Produkte für den Innenbereich.

Nach dem Streichen lüften

Streichen Sie nach den Herstellerhinweisen und lüften Sie den Raum anschließend gut. In einer Broschüre mit Stand Juni 2024 nennt das Umweltbundesamt für Innenwandfarben mit dem Blauen Engel Höchstwerte: 0,07 Prozent für flüchtige organische Verbindungen (VOC) und 0,05 Prozent für schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC). Diese Angaben beziehen sich auf die dort beschriebenen Kriterien und sind keine pauschale Zusicherung für jede Wandfarbe.

Planen Sie den Anstrich so, dass sich das Kind während der Arbeiten nicht im Zimmer aufhält. Richten Sie sich bei Trocknungszeit und Lüftung nach den Angaben auf dem Produkt. Geruch allein zeigt nicht zuverlässig, ob ein Raum bereits wieder genutzt werden sollte.