In Flur, Küche und Nassbereich hängt die passende Wandverkleidung davon ab, was die Wand am stärksten beansprucht: häufiges Abwischen, Stöße durch Stühle oder Wagen oder regelmäßiger Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln. Schützen Sie besonders beanspruchte Stellen vor diesen Belastungen.
Farbe und Tapete lassen viel Spielraum bei der Gestaltung. Platten und Fliesen eignen sich für andere Belastungen. Die Nassabriebklasse von Wandfarbe gibt an, wie gut sie feuchtes Reinigen verträgt. Über ihre Stoßfestigkeit, etwa bei einem Zusammenstoß mit einem Rollwagen, sagt sie nichts aus.
Wandbelastung richtig einschätzen
Prüfen Sie für jede Wand, wie oft sie gereinigt wird und wie wahrscheinlich Stöße oder Kratzer sind. Achten Sie darauf, ob die Wand Spritzwasser oder dauerhafter Feuchte ausgesetzt ist. Berücksichtigen Sie auch Fett und bestimmte Reinigungsmittel. Auch innerhalb eines Raums sind die Wände unterschiedlich stark belastet. In einem Flur sind zum Beispiel Ecken und der untere Wandbereich stärker gefährdet als die Wand über einem Regal.
Bei häufiger Reinigung hilft die Nassabriebklasse der Innenfarbe. Sie wird nach DIN EN 13300 angegeben: Klasse 1 bietet den höchsten, Klasse 5 den geringsten Widerstand gegen feuchtes Scheuern. Dabei wird gemessen, wie viel von der Farbschicht nach einer festgelegten Zahl von Scheuervorgängen verloren geht. Sie messen weder Stoßfestigkeit noch die Beständigkeit gegen jedes Reinigungsmittel. Wenn Wagen gegen eine Wand stoßen, brauchen Sie dafür einen zusätzlichen Schutz, etwa eine Schutzplatte.
Wandverkleidungen im Vergleich
| Material | Passt besonders zu | Grenzen und Hinweise |
|---|---|---|
| Innenfarbe | Trockenen Räumen und Flächen, die gelegentlich gereinigt werden | Für häufiges Abwischen eine Farbe mit höherer Nassabriebklasse wählen. Die Klasse sagt nichts über Stoßschutz aus. |
| Vlies | Dekorativen, trockenen oder mäßig beanspruchten Wänden | Produktangaben wie „abriebfest“ belegen nicht automatisch, dass sich die Oberfläche regelmäßig feucht reinigen lässt. |
| HPL-Platten | Widerstandsfähigen, dekorativen Wandflächen | HPL steht für Hochdruckschichtstoff. Prüfen Sie auch Trägerplatte, Kanten, Befestigung und zugelassene Reinigungsmittel. |
| PVC-Wandschutzplatten | Fluren und anderen Bereichen mit häufigen Stößen | Achten Sie auf die ausgewiesene Eignung als Wandschutz sowie auf Temperatur-, Reinigungs- und Brandschutzangaben. |
| Keramikfliesen | Spritzwasser- und Nassbereichen | Fugen, Anschlüsse, Abdichtung und Verlegung gehören zum Wandaufbau und zur Pflege dazu. |
| Holz und Holzwerkstoffe | Dekorativen Flächen, wenn das konkrete Produkt dafür freigegeben ist | Direkter Wasserkontakt und ungeschützte Kanten können problematisch sein. Eine Eignung fürs Bad gilt nicht automatisch für den Duschbereich. |
In trockenen Räumen, in denen die Wände wenig berührt werden, reichen Farbe oder eine dekorative Vliestapete oft aus. In Fluren und Essbereichen zu Hause ist eine strapazierfähigere Farbe sinnvoll. Wenn dort regelmäßig Stühle oder Taschen an die Wand stoßen, schützt eine Platte oder ein Handlauf die Stelle besser als eine Farbe mit noch höherer Abriebklasse.
In stark frequentierten Bereichen und bei Rollwagen eignen sich Wandschutzplatten, die ausdrücklich dafür vorgesehen sind. Oft reicht ein Schutzstreifen, ein Eckschutz oder eine Platte an der Stelle, an der Wagen oder andere Gegenstände gegen die Wand stoßen. HPL eignet sich ebenfalls für robuste, dekorative Flächen, wenn der Hersteller das Produkt für den geplanten Einsatz und die vorgesehene Montage freigibt.
Wandverkleidung für Nassbereiche planen
Fliesen eignen sich häufig für feuchte Wände. Dabei kommt es auf die Oberfläche und den gesamten Wandaufbau an. Fugen, Übergänge und Anschlüsse müssen sorgfältig ausgeführt sein. Zudem braucht der Untergrund je nach Nutzung eine geeignete Abdichtung. Die Normenreihe DIN 18534 legt die Anforderungen fest. Welche Anforderungen gelten, hängt vom Einsatzbereich ab.
Wandplatten aus Kunststoff oder HPL vertragen nicht automatisch jede Art von Nässe und jeden Reiniger. Halten Sie sich an die Pflegehinweise des Herstellers und prüfen Sie, ob das Produkt für Spritzwasser, intensive Reinigung oder den vorgesehenen chemischen Reiniger freigegeben ist. Bei Holz kommt es ebenfalls auf den Aufbau an. Beschichtung, Kanten und Einbauort bestimmen, ob die Fläche Feuchtigkeit verträgt.
Wandverkleidung vor dem Kauf prüfen
Vergleichen Sie Materialnamen und Produktangaben. Prüfen Sie bei Farbe die Abriebklasse und bei Platten den Stoßschutz. Achten Sie außerdem darauf, ob die Reiniger, die Sie verwenden, für das Produkt freigegeben sind. Bei HPL prüfen Sie auch Träger, Verklebung und Kanten. Bei Fliesen zählt der gesamte Aufbau mit Fugen und Abdichtung. Achten Sie bei Platten außerdem auf Temperaturgrenzen und Brandschutzangaben, wenn diese für den Raum relevant sind.
Für stark beanspruchte Wände gibt es keine gemeinsame Kennzahl, mit der sich Farbe, Fliesen, HPL und PVC über Abrieb, Stoß und Feuchte hinweg direkt vergleichen lassen. Entscheiden Sie deshalb anhand der Belastung und der Produktdaten. Verlassen Sie sich nicht allein auf Begriffe wie „pflegeleicht“ oder „robust“.