Wandtattoos lassen sich oft ohne Klebereste abziehen. Ob Farbe, Tapete oder Putz heil bleiben, hängt davon ab, wie gut sie an der Wand haften und in welchem Zustand sie sind. Alte, poröse oder schlecht haftende Flächen sind besonders empfindlich.
Lösen Sie das Tattoo vorsichtig an einer Ecke und ziehen Sie es langsam und flach ab. Lösen sich Farbe oder Tapete, brechen Sie ab. Ein Föhn kann fest haftenden Kleber lockern, schützt die Wand aber nicht zuverlässig vor Schäden.
Wandtattoo langsam abziehen
Prüfen Sie zunächst an einer Ecke, wie fest das Tattoo sitzt. Lässt sich die Folie leicht anheben, ziehen Sie sie mit den Fingern oder einer Pinzette langsam weiter ab. Halten Sie sie dabei möglichst nah an der Wand und ziehen Sie in einem flachen Winkel. Ruckartiges Ziehen belastet die Wandfarbe stärker.
Bei fest haftender Folie erwärmen Sie die Stelle vorsichtig mit einem Föhn auf niedriger Stufe. Bewegen Sie den Föhn über die Fläche und ziehen Sie die Folie nach und nach ab. Hersteller empfehlen diese Methode bei fest sitzenden Tattoos. Es gibt aber keine Temperatur und Dauer, die für jede Wand sicher ist. Erwärmen Sie deshalb nur so weit, dass sich die Folie leichter lösen lässt.
Messer und Klingen können Farbe und Wand beschädigen, wenn sie abrutschen. Beginnen Sie möglichst mit dem Fingernagel. Sobald sich dabei die Oberfläche hebt, ziehen Sie nicht weiter und versuchen Sie auch nicht, die Folie mit Kraft abzureißen.
Wandart und Zustand beachten
Auf einer gestrichenen Wand entscheidet vor allem, ob der Anstrich fest haftet. Nicht grundierte oder schlecht getrocknete Farbe kann sich beim Abziehen lösen. Auch Farbe, die beim Berühren staubt oder porös geworden ist, ist empfindlicher.
Bei Tapeten besteht das Risiko, dass sich Fasern oder ganze Stücke mit dem Tattoo lösen. Alte Tapeten reagieren besonders empfindlich. Ziehen Sie hier besonders langsam und stoppen Sie sofort, wenn sich die Tapetenoberfläche hebt. Auf Putz kann sich ebenfalls Material lösen, wenn der Putz oder die Farbschicht nicht fest sitzt.
Klebereste vorsichtig behandeln
Bleiben nach dem Abziehen klebrige Stellen zurück, kratzen Sie nicht sofort mit einem Messer oder einer Klinge darüber. Auch Wasser, Reiniger und Lösungsmittel sind keine allgemein sichere Lösung: Je nach Wandfarbe, Tapete und Putz können sie die Oberfläche verändern. Lesen Sie die Hinweise des Tattoo-Herstellers und prüfen Sie, ob die empfohlenen Mittel ausdrücklich für Ihre Wandoberfläche geeignet sind.
Lässt sich die Klebestelle nicht ohne Druck entfernen, lassen Sie sie zunächst in Ruhe. Ein scharfes Werkzeug kann den Putz anritzen, während ein ungeeigneter Reiniger Flecken oder sichtbare Unterschiede im Anstrich hinterlässt.
Oberfläche nach dem Entfernen prüfen
Ein anderer Farbton oder ein sichtbarer Umriss kann auch entstehen, wenn kein Kleber zurückgeblieben ist. Die Farbe um das Tattoo herum kann mit der Zeit verblassen. Der abgedeckte Bereich behält seinen ursprünglichen Farbton. Ist die Wand dort glatt und fest, spricht das eher für einen solchen Schatten als für einen Oberflächenschaden.
Wenn Farb- oder Tapetenstücke am Tattoo hängen bleiben oder sichtbare Ausrisse entstehen, ist Material von der Wand abgegangen. Prüfen Sie auch, ob die freigelegte Fläche lose wirkt oder beim leichten Berühren staubt. Drücken Sie nicht mit Gewalt auf die Stelle und schneiden Sie keine Prüfgitter in die Wand: Solche Prüfungen sind für bestimmte Beschichtungen gedacht und können eine schwache Oberfläche zusätzlich beschädigen.
Vor einem neuen Anstrich sollte die Wand fest und sauber sein. Bei abplatzender Farbe oder losen Putzstellen muss der Untergrund zuerst beurteilt werden. Welche Ausbesserung passt, hängt von Wandaufbau und Anstrich ab; eine pauschale Reparaturmethode gibt es dafür nicht.