Dekorputz ist ein Oberputz, der der Wand eine sichtbare Struktur gibt. Je nach Körnung und Werkzeug entstehen feine Reibflächen, deutliche Rillen oder freie Muster. Das Ergebnis hängt vom passenden Produkt, einem sauber vorbereiteten Untergrund und zügigem Arbeiten ab. Bringen Sie die Struktur in den frischen Putz, bevor er antrocknet.
Dekorputz ist keine einheitliche Produktart: Manche Putze werden mit der Kelle aufgezogen, andere mit der Rolle oder dem Spritzgerät. Die Angaben sind Richtwerte; das technische Merkblatt des gewählten Produkts hat Vorrang.
Welcher Dekorputz passt zu Ihrer Wand?
Dekorputze unterscheiden sich nach Bindemittel, Körnung und Verarbeitung. Rollputz lässt sich mit der Farbrolle auftragen, bildet aber nur eine dünne Schicht und gleicht nur kleine Unebenheiten aus. Klassische Dekorputze ziehen Sie mit der Edelstahl-Glättekelle auf und glätten sie auf Kornstärke, also so dünn, dass die Körner die Oberfläche bestimmen. Fertigputz ist gebrauchsfertig, Trockenmischungen rühren Sie nach Herstellerangabe an.
Vor dem Kauf prüfen Sie, ob der Putz für Innenräume, Außenbereiche oder beides vorgesehen ist, ob er zum Untergrund passt und welche Körnung Sie möchten. Entscheidend ist auch die Auftragsmethode: gerollt, gekellt oder gespritzt. Manche Putze sind bereits eingefärbt, andere müssen Sie nach dem Trocknen streichen. Bei getönten Putzen verwenden Sie für eine zusammenhängende Wandfläche Eimer aus derselben Charge, weil Farbtöne leicht abweichen können.
Wand vorbereiten und grundieren
Die Wand muss sauber, trocken und tragfähig sein. Lose Stellen, Staub, Tapetenreste und nicht tragfähige Altbeschichtungen entfernen Sie vor dem Putzauftrag. Löcher und deutliche Unebenheiten bessern Sie aus, denn Dekorputz wird dünn aufgetragen. Toom nennt in seiner Anleitung eine Auftragsstärke von etwa 1 bis 3 Millimetern; eine so dünne Schicht deckt größere Wandfehler nicht ab.
Ob Sie grundieren müssen, hängt vom Untergrund und vom Produkt ab. Auf festen, schwach saugenden Flächen verzichten manche Hersteller auf eine Grundierung, auf stark saugenden oder sandenden Untergründen verlangen sie einen Tiefgrund. Prüfen Sie deshalb zuerst das technische Merkblatt, bevor Sie pauschal grundieren.
Putz auftragen mit Kelle, Rolle oder Spritzgerät
Bei klassischem Dekorputz ziehen Sie das Material mit einer Edelstahl-Glättekelle auf und glätten es auf die Kornstärke. Feine Strukturputze lassen sich mit einer Farbrolle auftragen, sofern das Produkt dafür vorgesehen ist. Manche Putze verarbeiten Sie mit einem Putzspritzgerät. Nicht jedes Material eignet sich für alle Methoden; welche Auftragsweise erlaubt ist, steht im Merkblatt.
Arbeiten Sie in überschaubaren Wandabschnitten. Große Flächen teilen Sie ein oder arbeiten mit einer zweiten Person nass in nass, das heißt, die nächste Fläche auftragen, solange die vorherige noch feucht ist, damit die Übergänge verschmelzen. Bearbeiten Sie den Putz ohne längere Unterbrechungen.
Struktur in die frische Oberfläche bringen
Die Struktur entsteht durch Werkzeug und Bewegung, solange der Putz noch frisch ist. Mit einem Kunststoffreibebrett oder einer Glättekelle erzeugen Sie je nach Bewegung unterschiedliche Muster:
- Kreisende Bewegungen geben ein rundes, gleichmäßiges Reibbild.
- Senkrechte oder waagerechte Bewegungen erzeugen eine gerichtete Struktur.
- Diagonale oder kreuzweise Bewegungen variieren das Muster.
Bei feineren Putzen eignen sich Pinsel oder Bürste für sichtbarere Striche. Körnung, Werkzeug, Untergrund und Arbeitsweise beeinflussen das fertige Erscheinungsbild. Probieren Sie das Muster bei Unsicherheit zuerst auf einer Gipskartonplatte aus, bevor Sie an die Wand gehen.
Gleichmäßig arbeiten und trocknen lassen
Auf einer zusammenhängenden Fläche verwenden Sie möglichst dasselbe Werkzeug und behalten die Arbeitsrichtung bei. Ein Wechsel erzeugt ein uneinheitliches Bild. Direkte Sonneneinstrahlung, starke Zugluft und ungeeignete Temperaturen stören die Verarbeitung. Die zulässigen Temperaturen stehen im Merkblatt; DINOVA nennt für seinen Dekorputz mindestens 5 Grad und höchstens 30 Grad Celsius für Objekt- und Umgebungstemperatur.
Die Bearbeitungszeit ist produktabhängig. In einer Anleitung von Toom lässt sich der Putz etwa 15 Minuten strukturieren, bei einem Kalkputz von Baumit dauert die Verarbeitung rund 15 bis 25 Minuten pro Quadratmeter. Diese Zahlen gelten für die jeweiligen Produkte, nicht für alle Dekorputze. Beim DINOVA-Dekorputz ist die Fläche bei 20 Grad und 65 Prozent Luftfeuchte nach etwa 24 Stunden oberflächentrocken und nach rund 72 Stunden überstreichbar.
Häufige Fehler vermeiden
Der häufigste Fehler ist, Unebenheiten nicht vorher auszubessern, weil der dünne Putz sie nicht abdeckt. Ebenso problematisch sind zu große Flächen ohne Arbeitsplan, weil Ansätze sichtbar bleiben. Wechseln Sie weder Werkzeug noch Bewegungsrichtung mitten in der Fläche. Grundierung und Materialwahl richten Sie nach Untergrund und Produktmerkblatt.
