Dekorputz auftragen
Dekorputz ist eine Wandbeschichtung, die Sie mit Strukturwerkzeugen bearbeiten können. Er ist eine Alternative zu Tapete oder Fliesen. Die bekannteste Variante ist Rollputz, auch Streichputz genannt, weil Sie ihn wie Farbe verarbeiten können. Anders als normale Wandfarbe können Sie den Putz nach dem Auftragen strukturieren und der Wand eine sichtbare, fühlbare Oberfläche geben.
Was Dekorputz von Wandfarbe unterscheidet
Dekorputz besteht aus einer pastösen Masse, die Sie mit einer Kelle oder einem Quast auf die Wand bringen. Anders als Farbe trocknet er nicht zu einer glatten, geschlossenen Schicht, sondern behält eine reliefartige Oberfläche. Der Putz enthält feine Gesteinskörner, die beim Auftragen und Strukturieren sichtbar werden. Diese Körner sind der Grund, warum die Wand nach dem Trocknen nicht glatt ist, sondern je nach Körnung eine feine bis grobe Textur zeigt.
Rollputz lässt sich mit einer Farbrolle auftragen, daher der Name. Sie streichen den Putz wie Farbe auf die Wand und können ihn anschließend mit verschiedenen Werkzeugen bearbeiten. Das unterscheidet ihn von klassischem Strukturputz, der mit der Kelle aufgetragen und dann abgerieben wird. Für Heimwerker ist Rollputz deshalb oft der einfachere Einstieg, weil er sich ähnlich wie Farbe verarbeiten lässt.
Körnungsgrößen bestimmen die Optik
Die Körnung des Putzes wird in fein, mittel und grob eingeteilt. Die Einteilung gibt die Größe der enthaltenen Gesteinskörner an. Feine Körnungen ergeben eine zarte, fast glatte Oberfläche, die sich für Schlafzimmer oder ruhige Wohnräume eignet. Mittlere Körnungen zeigen eine deutliche, aber noch zurückhaltende Struktur und sind der häufigste Kompromiss für Wohnräume. Grobe Körnungen erzeugen eine kräftige, rustikale Optik, die Wände betont und Unebenheiten im Untergrund überdeckt.
Die Wahl der Körnung sollten Sie vor dem Kauf treffen, denn sie lässt sich nachträglich nicht ändern. Bedenken Sie auch die Reinigung: Grobe Strukturen sammeln Staub in den Vertiefungen und sind schwerer abwischbar als feine Oberflächen. In Fluren oder Küchen, wo Wände häufiger gereinigt werden, ist eine feine oder mittlere Körnung praktischer.
Werkzeuge und Strukturtechniken
Die Struktur entsteht erst, wenn Sie den frisch aufgetragenen Putz bearbeiten. Je nach Werkzeug und Bewegung ergeben sich unterschiedliche Muster. Die gängigsten Varianten:
- Texturrolle: Eine spezielle Strukturrolle mit Noppen oder Muster wird über den frischen Putz gerollt. Das ergibt ein gleichmäßiges, sich wiederholendes Muster, das sich gut für große Flächen eignet.
- Kelle oder Spachtel: Mit einer Edelstahlkelle können Sie den Putz glätten, wellen oder in kreisenden Bewegungen bearbeiten. Das ergibt ein unregelmäßiges, lebendiges Bild.
- Bürste oder Quast: Durch Tupfen oder Wischen mit einer Bürste entstehen feine, faserige Strukturen, die an Lehmputz erinnern.
Setzen Sie die Struktur zügig nach dem Auftragen, solange der Putz noch feucht ist. Sobald die Oberfläche antrocknet, lässt sich das Muster nicht mehr verändern, ohne sichtbare Übergänge zu hinterlassen. Arbeiten Sie deshalb in überschaubaren Abschnitten, am besten Wand für Wand, und setzen Sie die Struktur direkt nach dem Auftragen.
Untergrund vorbereiten und Rollputz auftragen
Wie bei jeder Wandbeschichtung entscheidet der Untergrund über das Ergebnis. Der Putz haftet zuverlässig auf glatten, saugfähigen Flächen wie Raufaser, die Sie vorher grundiert haben. Auf glatten oder glänzenden Flächen wie Fliesen oder lackierten Wänden benötigen Sie eine Haftgrundierung, sonst blättert der Putz später ab. Lesen Sie die Herstellerangaben auf dem Eimer, denn die Anforderungen an den Untergrund unterscheiden sich je nach Produkt.
Tragen Sie den Rollputz mit einer Farbrolle gleichmäßig auf und achten Sie darauf, dass die Schicht überall ähnlich dick ist. Zu dünn aufgetragener Putz zeigt später die Struktur des Untergrunds durch, zu dicke Schichten können beim Trocknen Risse bekommen. Nach dem Auftragen setzen Sie die gewünschte Struktur, bevor die Oberfläche antrocknet. Die Trocknungszeit hängt von Schichtdicke, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ab; planen Sie mindestens einen Tag ein, bevor Sie die Wand belasten oder überstreichen.