Wann lohnt sich eine Glasfasertapete?

Glasfasertapete besteht aus feinen Glasfäden, die aus flüssigem Glas gezogen und zu einem dichten Gewebe verarbeitet werden. Das Material ist strapazierfähig, reißfest und unempfindlich gegen Stöße und Abrieb.

Sie lohnt sich vor allem in Fluren, Treppenhäusern, Mietwohnungen und Räumen mit lebhafter Nutzung. In ruhigen Wohnräumen, die Sie alle paar Jahre neu streichen möchten, gibt es günstigere und optisch flexiblere Alternativen.

Was Glasfasertapeten anders macht

Glasfasertapeten haben meist keine Muster, sondern nur eine feine oder grobe Struktur, etwa ein Gewebe- oder Köperbild. Nach dem Tapezieren streichen Sie die Fläche in der gewünschten Farbe. Üblich sind Dispersionsfarben, für einen seidenglänzenden Effekt auch Latexfarben oder Dispersionslacke. Der Vorteil gegenüber einer glatten Wand: Die Tapete überbrückt kleine Unebenheiten und Risse im Untergrund. Sie müssen die Wand nicht aufwendig spachteln. Gleichzeitig schützt sie die Wand vor mechanischer Belastung, weil das Glasgewebe Druck und Reibung besser aushält als Papier- oder Vliestapeten. Vliestapeten bestehen aus einem Vliesstoff und lassen sich später meist rückstandsfrei abziehen.

Dafür ist das Aussehen vorgegeben. Wer eine glatte, makellose Wand oder wechselnde Muster möchte, wird mit Glasfasertapeten nicht glücklich, denn die Struktur bleibt auch nach mehreren Anstrichen sichtbar. Und wer die Tapete später entfernen will, hat deutlich mehr Arbeit als bei Vliestapeten, weil das Gewebe fest mit dem Untergrund verbunden ist.

Räume, in denen sich die Tapete auszahlt

Glasfasertapeten kennt man vor allem aus Arztpraxen, Krankenhäusern, Wartezimmern und Büros, also aus Bereichen, in denen viele Menschen sind und Wände regelmäßig gereinigt oder desinfiziert werden. Genau diese Eigenschaften machen sie auch für private Räume interessant, in denen die Wände ähnlich beansprucht werden:

  • Flure und Treppenhäuser: Hier stoßen Möbel, Kinderwagen und Fahrräder gegen die Wand. Die Tapete übersteht solche Stöße ohne sichtbare Dellen.
  • Kinderzimmer: Wände werden bemalt, beklebt oder mit Spielzeug bearbeitet. Eine Glasfasertapete hält das aus und lässt sich mehrfach überstreichen, wenn die Farbe abgenutzt ist.
  • Mietwohnungen: Vermieter schätzen die Robustheit, weil sie seltener renovieren müssen. Auch Mieter profitieren, wenn die Wand nach dem Auszug einfach neu gestrichen statt neu tapeziert werden muss.
  • Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit: Das mineralische Material quillt nicht auf und bietet Schimmel keinen Nährboden, solange die Wand selbst trocken bleibt. In Bädern und Küchen ist die Tapete daher eine haltbare Option.

In ruhigen Wohnräumen wie Schlaf- oder Wohnzimmern, in denen Sie die Wandgestaltung öfter ändern möchten, ist eine Glasfasertapete dagegen selten die beste Wahl. Dort reicht eine normale Vliestapete oder eine glatte, gestrichene Wand, die sich schneller und günstiger erneuern lässt.

Kauf und Anstrich

Achten Sie beim Kauf auf das Flächengewicht, das in Gramm pro Quadratmeter angegeben wird. Leichtere Qualitäten eignen sich für normale Wohnräume, schwerere Gewebe für stark beanspruchte Flächen in Gewerbe und öffentlichen Gebäuden. Die Verarbeitung ähnelt der von Vliestapeten: Sie streichen den Kleister auf die Wand und drücken die Bahn ein. Beim Streichen selbst sollten Sie eine Farbe wählen, die für Glasfasertapeten geeignet ist, am besten eine Wandfarbe auf Latex- oder Dispersionsbasis. Sie deckt die Struktur gleichmäßig ab und lässt sich später leichter reinigen. Planen Sie bei dunklen oder kräftigen Farbtönen zwei Anstriche ein, damit die Oberfläche gleichmäßig wirkt.

Ein Hinweis zur Verarbeitung: Glasfasergewebe kann beim Zuschneiden feine Fasern freisetzen, die die Haut reizen. Lange Ärmel und Handschuhe sind beim Tapezieren sinnvoll.