Wandschablonen richtig anwenden
Wandschablonen sind dünne Folien mit ausgeschnittenen Motiven. Sie legen die Folie auf die Wand und stempeln Farbe darüber. So entsteht das Muster ohne Freihandmalen. Die Technik eignet sich für Wände, Holzkisten und Keilrahmen. Sie ist günstig, schnell und benötigt nur wenige Materialien.
Für den Einstieg brauchen Sie eine passende Schablone, dickflüssige Farbe und ein Werkzeug zum Auftragen. Die zwei häufigsten Fehler sind verrutschende Schablonen und Farbe, die unter den Rand läuft. Beide Fehler vermeiden Sie mit der richtigen Vorbereitung.
Die richtigen Materialien
Es gibt zwei Hauptarten von Wandschablonen. Selbstklebende Schablonen werden meist mit einem Plotter, also einer Schneidemaschine, hergestellt. Sie haben eine Transferfolie, die das Motiv beim Aufkleben an Ort und Stelle hält. Sie sind nur einmal verwendbar. Nicht klebende Kunststofffolien können Sie von beiden Seiten nutzen und mehrfach einsetzen. Für ein einzelnes Motiv lohnt sich die selbstklebende Variante. Bei wiederholten Mustern oder ganzen Bordüren ist die wiederverwendbare Folie die bessere Wahl.
Je dickflüssiger die Farbe ist, desto sauberer wird das Ergebnis. Dünnflüssige Farbe läuft unter die Schablone und verwischt die Kanten. Acrylfarben sind die beste Wahl, weil sie sich mischen lassen, hoch decken und lichtecht sind. Die Farben verlieren auch bei Sonneneinstrahlung nicht an Leuchtkraft.
Zum Auftragen nehmen Sie spezielle Schablonierpinsel oder Schwämme. Ein gröberer Naturschwamm erzeugt eine sichtbare Struktur, ein feiner Schwamm oder Pinsel ein glatteres Bild. Zum Festkleben nehmen Sie Malerkrepp oder lösbaren Sprühkleber. Der Sprühkleber lässt sich rückstandsfrei entfernen.
Schablone fixieren und Farbe auftragen
Prüfen Sie vor dem Aufkleben, ob die Wand sauber und trocken ist. Staub und Fettreste verhindern, dass die Schablone oder das Klebeband hält. Kleben Sie anschließend alle Ecken und bei großen Motiven auch die Mitte mit Malerkrepp ab. Alternativ sprühen Sie die Rückseite dünn mit lösbarem Sprühkleber ein und drücken die Folie glatt an. Eine lose aufliegende Schablone verrutscht beim Arbeiten und erzeugt Doppelkonturen.
Tragen Sie die Farbe mit tupfenden Bewegungen auf. Streichende Pinselstriche schieben Farbe unter den Schablonenrand. Nehmen Sie nur wenig Farbe auf den Pinsel oder Schwamm und arbeiten Sie von außen nach innen. Bei mehrfarbigen Motiven lassen Sie jede Farbe kurz antrocknen, bevor Sie die nächste Schablone oder den nächsten Bereich bearbeiten.
Ziehen Sie die Schablone vorsichtig in einem Zug ab. Heben Sie die Folie bei selbstklebenden Schablonen langsam an, damit die feinen Verbindungen zwischen den Motivelementen nicht abreißen. Reinigen Sie wiederverwendbare Folien direkt danach, bevor die Farbe eintrocknet.
Geeignete erste Motive
Für den Anfang eignen sich Motive mit klaren, einfachen Formen. Sterne, Kreise, Blätter und einfache Blüten lassen sich gut überstempeln, weil ihre Kanten gerade oder gleichmäßig geschwungen sind. Komplizierte Ornamente mit vielen feinen Stegen verzeihen wenig Ungenauigkeit und sind für das erste Projekt weniger geeignet.
Beginnen Sie mit einem einzelnen, kleinen Motiv an einer unauffälligen Stelle, zum Beispiel über dem Lichtschalter oder neben einer Tür. Üben Sie vorher auf einem Stück Pappe oder einer Holzleiste, um ein Gefühl für die richtige Farbmenge zu bekommen. Wenn Sie ein Muster wiederholen möchten, markieren Sie mit Bleistift und Wasserwaage leichte Hilfslinien, damit die Abstände gleich bleiben. Ein einfaches, gleichmäßig verteiltes Motiv wirkt oft ruhiger als ein überladenes Muster.