Eine Wandschablone ist eine ausgeschnittene Platte, die Sie auf die Wand legen und übermalen. Die Farbe bleibt als Motiv auf der Wand zurück. Die Platte nehmen Sie danach ab. Mit einer selbst gebauten Schablone aus Pappe oder Kunststoff wiederholen Sie ein Muster beliebig oft, ohne es neu zu zeichnen.

Material wählen

Für eine einzelne Wandfläche reicht stabile Pappe oder dünner Karton. Sie lässt sich mit der Schere und einem Cuttermesser sauber schneiden und kostet nichts, wenn Sie einen Umzugskarton oder eine Verpackung verwenden. Nachteil: Pappe saugt Feuchtigkeit auf. Wenn Sie mit flüssiger Wandfarbe arbeiten, wellt sich die Kante und die Schablone verliert nach wenigen Einsätzen ihre Form.

Kunststoff hält länger. Dünne Folien oder Kunststoffplatten aus dem Bastelbedarf weichen durch Farbe nicht auf und lassen sich nach dem Trocknen mit Wasser abwaschen. Auch alte Fotoabzüge aus PVC-Papier eignen sich, weil sie wasserabweisend und relativ dick sind. Milchtütenpapier ist eine weitere preiswerte Option: Es ist wasserabweisend, lässt sich gut schneiden und Sie können Reststücke für kleine Formate nutzen.

Für ein einzelnes Motiv an einer Wand reicht Pappe. Planen Sie ein großes, sich wiederholendes Muster oder mehrere Einsätze, nehmen Sie Kunststoff oder beschichtetes Papier.

Motiv auswählen und vorbereiten

Wählen Sie ein Motiv, das sich mit einer Schablone überhaupt umsetzen lässt. Einfache Formen wie Blätter, Wellen, Rauten oder Fischschuppen funktionieren zuverlässig. Je feiner die Details, desto schwieriger wird das Ausschneiden und desto schneller bricht eine dünne Pappkante.

Achten Sie auf geschlossene Flächen im Motiv. Ein Buchstabe O oder das Innere einer Blüte besteht aus einer Fläche, die vollständig von der Schablone umschlossen ist. Ohne eine Verbindung zur Schablone fällt dieser Teil beim Schneiden heraus. Planen Sie schmale Stege ein, die die innere Fläche mit dem Rest der Schablone verbinden. Die Stege bleiben beim Malen farbfrei und sind nach dem Trocknen kaum sichtbar.

Zeichnen Sie das Motiv mit Bleistift und Lineal direkt auf das Material. Wer nicht von Hand zeichnen möchte, druckt das Motiv in der gewünschten Größe auf normalem Papier aus. Dann schneidet er es mit dem Cutter aus und überträgt die Umrisse mit Bleistift auf die Pappe oder den Kunststoff.

Schneiden und Werkzeuge

Für große, gerade Linien nehmen Sie eine Schere. Für feine Details und Rundungen eignet sich ein Cuttermesser, das Sie wie einen Stift führen. Legen Sie das Material auf eine feste Unterlage, die Sie nicht beschädigen, etwa ein Schneidebrett oder eine alte Zeitschrift.

Schneiden Sie von der Mitte des Motivs nach außen. So vermeiden Sie, dass Sie beim Ausschneiden einer Fläche die fertigen Kanten beschädigen. Bei Pappe drücken Sie das Cuttermesser nicht zu tief, sonst reißt die Kante aus. Mehrere leichte Schnitte ergeben eine sauberere Kante als ein einziger kräftiger.

Prüfen Sie nach dem Schneiden, ob alle Stege halten und ob keine Fetzen an den Kanten hängen. Eine raue Kante zeigt sich später als unsauberer Farbrand auf der Wand.

Mit der Schablone malen

Befestigen Sie die Schablone mit Maler-Klebeband an der Wand. Für ein gleichmäßiges Muster richten Sie die erste Schablone mit der Wasserwaage aus und legen die folgenden Stücke direkt daneben. So entsteht ein durchgehendes Muster ohne Lücken oder Überlappungen.

Verwenden Sie einen Schablonenpinsel mit harten, kurzen Borsten. Der Pinsel tupft die Farbe in die ausgeschnittenen Flächen, statt sie unter die Schablone zu drücken. Spezielle Schablonenfarben aus dem Baumarkt trocknen schneller als normale Wandfarbe. Dadurch können Sie die Schablone früher abnehmen und versetzen. Normale Wandfarbe funktioniert ebenfalls, Sie müssen nur länger warten.

Tupfen Sie sparsam. Zu viel Farbe läuft unter die Kante und verwischt das Motiv. Bei mehreren Schichten warten Sie, bis die erste Schicht trocken ist, bevor Sie die nächste auftragen.

Schablone reinigen und wiederverwenden

Nehmen Sie die Schablone ab, sobald die Farbe angetrocknet ist. Klebt sie fest, lösen Sie das Klebeband vorsichtig, damit die Kante nicht einreißt.

Kunststoff und beschichtetes Papier reinigen Sie mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch, sobald die Farbe getrocknet ist. Pappe sollten Sie nicht nass abwischen, sie verliert sonst ihre Form. Bei Pappe genügt es, überschüssige Farbreste trocken abzubürsten.

Lagern Sie die Schablone flach, damit sie sich nicht verbiegt. Eine saubere, gerade liegende Schablone liefert auch beim zehnten Einsatz dasselbe Motiv wie beim ersten.