Wandgestaltung planen: Von der Idee zum fertigen Raum

Ob Farbe oder Tapete besser ist, hängt von Raumgröße, Licht und gewünschter Wirkung ab. Wer vor dem Kauf plant, spart Zeit und Geld, denn nachträgliche Korrekturen kosten doppelt. Farben und Tapeten lassen sich gezielt kombinieren, um Räume zu gliedern und typische Fehler zu vermeiden.

Farben und Tapeten richtig kombinieren

Eine gemusterte Tapete wirkt nur dann harmonisch, wenn sie einen ruhigen Gegenpart bekommt. Wählen Sie für die übrigen Wände eine Farbe, die einen Ton aus dem Tapetenmuster aufgreift. Bei einer Tapete mit blauen Blüten auf weißem Grund passt zum Beispiel ein gedecktes Blau für die anderen Wände. So entsteht ein zusammenhängendes Bild, ohne dass der Raum unruhig wirkt.

Auch der umgekehrte Weg funktioniert: Eine einfarbig gestrichene Wand können Sie mit einer gemusterten Tapete als Akzentfläche aufwerten. Diese Technik eignet sich besonders für Räume, in denen Sie einen bestimmten Bereich hervorheben möchten, etwa die Wand hinter dem Sofa oder dem Esstisch. Die Tapete setzt den Blickpunkt, die Farbe beruhigt den Rest des Raumes.

Achten Sie bei der Kombination auf den Stil. Eine verspielte Blumentapete verträgt sich schlecht mit einer streng geometrischen Farbe an der Nachbarwand. Bleiben Sie innerhalb einer Stilrichtung, etwa Landhaus, skandinavisch oder industriell, dann fügen sich die Elemente leichter zu einem Ganzen.

Räume mit zwei Tapeten gliedern

In großen Wohnräumen, die Küche, Essbereich und Wohnzimmer in einem offenen Grundriss vereinen, hilft die Kombination zweier Tapeten, Zonen zu schaffen. Die eine Tapete markiert den Essbereich, die andere den Wohnbereich. So entsteht optisch eine Trennung, ohne dass Sie eine Wand einziehen müssen.

Damit das Ergebnis nicht überladen wirkt, müssen die beiden Tapeten ein zusammenhängendes Bild ergeben. Wählen Sie entweder zwei Muster derselben Farbfamilie oder ein Muster und eine unifarbene Tapete, die eine Farbe aus dem Muster wiederholt. Ein harter Bruch zwischen zwei völlig unterschiedlichen Mustern lässt den Raum zerstückelt wirken.

Die Zonierung funktioniert auch mit einer Kombination aus Wandfarbe und Tapete. Streichen Sie den einen Bereich in einer ruhigen Farbe und tapezieren Sie den anderen mit einem Muster. Diese Mischung ist besonders flexibel, weil Sie die Farbe später leichter wechseln können als die Tapete.

Planungsschritte vor dem Kauf

Bevor Sie Farbe oder Tapete bestellen, messen Sie den Raum genau aus. Notieren Sie die Wandhöhe und die Breite jeder zu gestaltenden Wand. Bei Tapeten rechnen Sie pro Bahn etwa zehn Zentimeter Verschnitt für Musteranschluss und Ecken ein. Bei Farbe hilft die Angabe auf dem Eimer: Sie nennt die Ergiebigkeit in Quadratmetern pro Liter, daraus ergibt sich die benötigte Menge.

Bestellen Sie bei Tapeten immer ein Musterstück, bevor Sie die komplette Rolle kaufen. Auf dem Bildschirm wirken Farben und Maßstäbe anders als an der Wand. Legen Sie das Muster an die vorgesehene Wand und betrachten Sie es bei Tageslicht und bei künstlicher Beleuchtung. Ein Muster, das im Laden gefällt, kann im Raum ganz anders wirken.

Prüfen Sie dabei auch den Untergrund. Tapeten benötigen eine glatte, saugfähige Fläche. Farbe haftet auf fast allen Untergründen, sofern sie sauber und trocken sind. Risse oder Feuchtigkeitsflecken sollten Sie vor der Gestaltung beheben, sonst zeigen sich die Schäden später durch die neue Oberfläche.

Typische Fehler vermeiden

Der häufigste Fehler ist die Überladung. Wer mehrere gemusterte Tapeten oder viele kräftige Farben in einem Raum kombiniert, erzeugt Unruhe statt Gemütlichkeit. Als Faustregel gilt: Ein Muster pro Raum, der Rest bleibt ruhig. Wenn Sie zwei Muster verwenden möchten, müssen sie sich in Farbe oder Stil deutlich aufeinander beziehen.

Ein zweiter Fehler ist, die Raumgröße zu vernachlässigen. Dunkle, kräftige Farben lassen kleine Räume optisch schrumpfen, helle Töne öffnen sie. In einem kleinen Flur wirkt eine dunkle Tapete schnell erdrückend, während sie in einem großen Wohnzimmer Gemütlichkeit schaffen kann. Messen Sie die Raumwirkung nicht nur am Muster, sondern stellen Sie sich die Fläche in voller Größe vor.

Drittens unterschätzen viele den Aufwand der Vorbereitung. Eine Tapete hält nur so gut wie der Untergrund, und Farbe deckt nur auf sauberen Flächen gleichmäßig. Planen Sie genügend Zeit für das Abkleben, Abdecken und Grundieren ein. Diese Schritte entscheiden darüber, ob das Ergebnis nach einem Jahr noch gut aussieht.