Wandfarbe, Licht, Einrichtung und die Nutzung des Raums entscheiden, ob eine Wand in den Hintergrund tritt oder den Raum prägt. Passen diese Elemente zusammen, wirkt der Raum stimmig. Eine Wandfarbe allein macht den Raum nicht automatisch ruhiger und lässt kleine Räume auch nicht grundsätzlich größer wirken.

Überlegen Sie vor dem Streichen, wofür Sie den Raum nutzen und welche Möbel bleiben. Streichen Sie Farbmuster direkt auf die Wand. Prüfen Sie sie bei Tageslicht und abends mit der üblichen Beleuchtung. So sehen Sie, wie der Farbton mit dem Raum und der Einrichtung wirkt.

Farben und Einrichtung abstimmen

Wände bilden den Hintergrund für Möbel, Teppiche, Vorhänge und Dekoration. Die Wände können dezent bleiben. Mit ihnen lassen sich einzelne Bereiche hervorheben oder bewusste Kontraste setzen. Eine siena-rote Wand kann beispielsweise weiße Möbel betonen; eine helle Wand lässt Bilder oder farbige Textilien stärker hervortreten. Entscheidend ist, dass die Kombination Ihnen im Alltag gefällt.

Licht und Raumproportionen beeinflussen die Wirkung ebenso wie der Farbton. Eine Untersuchung zur empfundenen Weite ergab: Bei gleicher Lichtmenge hing der Eindruck stärker von der tatsächlichen Fläche ab als von der Farbe. Helle Wände können einen Raum freundlich wirken lassen, verändern seine Maße aber nicht.

Berücksichtigen Sie auch, wie stark die Wand beansprucht wird. In stark genutzten Bereichen prüfen Sie, wie gut sich die Farbe reinigen lässt und wie gut sie einer Reinigung mit Wasser standhält (Nassabriebbeständigkeit). Die DIN EN 13300 teilt Innenwandfarben unter anderem nach diesen Eigenschaften ein. Für konkrete Feuchtebereiche sagt eine Klassifizierung allein jedoch nicht, ob ein Produkt geeignet ist: Prüfen Sie dafür die Herstellerangaben zum Untergrund und Einsatzort.

Wohnzimmer gestalten

Im Wohnzimmer sollte die Wandgestaltung zu den Möbeln und zu den verschiedenen Aktivitäten passen. Wenn Sie dort lesen, essen und Gäste empfangen, verbindet eine zurückhaltende Wandfarbe die verschiedenen Bereiche. Eine einzelne farbige Wand oder ein Muster setzt einen Akzent, ohne den ganzen Raum zu bestimmen.

Orientieren Sie sich an den Möbeln und Accessoires, die im Raum bleiben. Nehmen Sie etwa die Farbe eines Teppichs oder eines Bildes auf, oder wählen Sie einen Kontrast zu den Möbeln. Wer einen mediterranen Eindruck mag, kann warme Orange- oder Gelbtöne ausprobieren. Für eine ruhige, reduzierte Einrichtung passen schlichte Wandflächen. Solche Stilideen sind Anregungen, keine festen Regeln.

Schlafzimmer nach Nutzung wählen

Nutzen Sie das Schlafzimmer vor allem zum Schlafen, können gedeckte Farben und wenige Wanddekorationen ein ruhiges Gesamtbild schaffen. Wenn Sie dort auch lesen oder arbeiten, können Farben und Bilder stärkere Akzente setzen. Ob ein dunkler oder heller Farbton besser passt, hängt von Ihrem Geschmack, dem Tageslicht und der Einrichtung ab.

Eine bestimmte Wandfarbe sorgt weder für besseren Schlaf noch dafür, dass Sie leichter aufwachen. Beurteilen Sie den Farbton deshalb danach, wie Sie sich im Raum fühlen, statt sich auf feste Farbregeln zu verlassen. Lüften Sie das Schlafzimmer nach dem Aufstehen. Ist es deutlich kühler als die übrige Wohnung, halten Sie die Tür beim Lüften anderer Räume geschlossen. So schlägt sich warme, feuchte Luft nicht als Wasser auf den kalten Flächen nieder.

Küchenwände pflegeleicht planen

In der Küche müssen die Wände zur Gestaltung passen und täglicher Beanspruchung standhalten. Wählen Sie Farbe und Muster passend dazu, wie Sie den Raum nutzen. An Flächen, die häufiger Schmutz oder Abrieb abbekommen, sollten Sie die Herstellerangaben zur Reinigung besonders genau prüfen. Eine schöne Farbe ersetzt keine geeignete Oberfläche.

Beim Kochen entsteht Feuchtigkeit. Das Umweltbundesamt empfiehlt, während und direkt nach dem Kochen kräftig zu lüften. Als Richtwert nennt es je nach Temperatur und Wind fünf bis zehn Minuten. Eine Umluft-Dunstabzugshaube filtert Gerüche und Fett, verringert aber laut Umweltbundesamt die Luftfeuchtigkeit nicht. Sie ersetzt daher das Lüften nicht.

Im Bad Farbe und Feuchte bedenken

Im Bad können helle Töne wie Beige, Hellblau oder Türkis frisch wirken. Kräftige Farben und maritime Motive setzen andere Akzente. Berücksichtigen Sie das Tageslicht im Bad und den gewünschten Eindruck. Eine Farbe wirkt nicht in jedem Bad gleich.

Wählen Sie für Flächen, auf die Spritzwasser trifft, eine Farbe, die laut Hersteller für den Untergrund und diesen Einsatz geeignet ist. Auch eine geeignete Beschichtung verhindert keine Feuchteschäden, wenn Wasser und feuchte Luft im Raum bleiben.

Lüften Sie nach dem Duschen kurz und kräftig. Das Umweltbundesamt empfiehlt bei vorhandenen Fenstern fünf bis zehn Minuten Stoßlüftung, abhängig von Wetter und Luftaustausch. Wischen Sie Wasser von Wänden und Boden, wenn die Lüftung eingeschränkt ist. In einem Bad ohne Fenster muss die mechanische Abluft oder Schachtlüftung funktionieren.

Farben emissionsarm auswählen

Wandfarben bedecken große Flächen im Innenraum. Achten Sie beim Kauf darauf, welche Stoffe die Farbe an die Raumluft abgibt und welche Inhaltsstoffe sie hat. Das Umweltbundesamt empfiehlt Innenwandfarben, die möglichst wenig Schadstoffe an die Raumluft abgeben. Der Blaue Engel kennzeichnet Produkte, die bestimmte Anforderungen erfüllen; prüfen Sie die aktuelle Kennzeichnung und die Produktinformationen, bevor Sie sich entscheiden.