Verschiedene Bilderrahmen harmonisch kombinieren

Wer verschiedene Bilderrahmen an einer Wand mischt, sieht schnell eine zufällige Sammlung statt einer geplanten Komposition. Die Gruppe wirkt erst stimmig, wenn die Bilder aufeinander abgestimmt sind. Drei Mittel bestimmen die Gestaltung: ein Ankerbild, das die Gruppe führt, eine Wiederholung, die Rahmen und Motive verbindet, und optische Gewichte, die die Verteilung ausbalancieren. Diese Regeln gelten für Holz- und Metallrahmen, alte und neue Rahmen sowie Fotos und Drucke.

Das Ankerbild bestimmt die Wand

Das Ankerbild ist das größte oder ausdrucksstärkste Bild der Gruppe. Es prägt die Wand und gibt den Ton für alle anderen Bilder vor. Wählen Sie zuerst dieses Bild aus und hängen Sie es an die Stelle, die das Auge zuerst trifft, etwa auf Augenhöhe oder leicht versetzt zur Raummitte. Die übrigen Bilder gruppieren Sie um dieses Zentrum.

Ein Ankerbild kann ein großes Landschaftsfoto, ein kräftiges abstraktes Gemälde oder ein Porträt sein. Entscheidend ist, dass es genug Präsenz hat, um die Gruppe zusammenzuhalten. Die anderen Bilder müssen nicht zum Motiv passen, aber sie sollten eine Verbindung zum Ankerbild aufnehmen, etwa über eine ähnliche Farbe, ein verwandtes Rahmenmaterial oder ein passendes Format.

Wiederholung verbindet die Rahmen

Wiederholung macht aus verschiedenen Rahmen eine Serie. Wenn Sie dieselbe Rahmenfarbe in mehreren Bildern aufgreifen, etwa drei schwarze Rahmen in einer Gruppe aus hellen Holzrahmen, liest das Auge die Gruppe als zusammengehörig. Auch ein wiederholtes Material, eine gleichbleibende Passepartoutfarbe oder dasselbe Format bei mehreren Bildern erzeugt diesen Effekt.

Die Wiederholung muss nicht alle Bilder betreffen. Zwei oder drei gemeinsame Elemente genügen, um die Gruppe zu verbinden. Fehlt jedes verbindende Element, bleibt eine Ansammlung von Einzelstücken. Sobald eine Farbe oder Form wiederkehrt, wirken die Unterschiede zwischen den Rahmen bewusst gesetzt.

Optische Gewichte ausbalancieren

Optische Gewichte beschreiben, wie viel Aufmerksamkeit ein Bild auf sich zieht. Große, dunkle, farbintensive oder detailreiche Bilder wiegen schwer, kleine, helle und ruhige Bilder wiegen leicht. Eine Wand wirkt ausgewogen, wenn sich schwere und leichte Bilder die Waage halten.

Ein großes dunkles Bild auf der linken Seite braucht rechts genug Gegengewicht, etwa eine Gruppe aus mehreren kleineren Bildern oder ein mittelgroßes Bild mit kräftiger Farbe. Verteilen Sie die Gewichte so, dass kein Bereich der Wand überladen und kein Bereich leer wirkt. Die optische Mitte der gesamten Gruppe sollte etwa auf Augenhöhe liegen, damit die Wand nicht nach oben oder unten kippt.

Formate und Motive mischen

Unterschiedliche Formate und Motive lassen sich kombinieren, wenn Sie die Unterschiede bewusst einsetzen. Ein goldener Rahmen setzt ein schwarzweißes Poster wirkungsvoll in Szene, weil der Kontrast zwischen edlem Rahmen und schlichtem Motiv das Bild betont. Ein farbenfrohes Motiv wirkt dagegen besser in einem schlichten, zurückhaltenden Rahmen, der nicht mit dem Bild konkurriert.

Poster, Kunstdrucke und Fotokunst vertragen sich mit Gemälden, wenn die Rahmung zusammenpasst. Ein Poster im schlichten Holzrahmen neben einem Gemälde im ähnlichen Holzton wirkt zusammengehörig, obwohl die Motive unterschiedlich sind. Bei sehr verschiedenen Motiven hilft eine gemeinsame Achse: Richten Sie die Bilder an der Bildmitte oder an der Unterkante aus, dann entsteht eine ruhige Linie, an der sich das Auge entlangbewegen kann.

Hängungsarten für gemischte Bilder

Die Hängungsart bestimmt, ob die gemischte Gruppe geordnet oder lebendig wirkt. Für großflächige Wände eignet sich die Inside-the-Lines-Hängung: Die Bilder ordnen sich innerhalb einer unsichtbaren geometrischen Form an, etwa eines Rechtecks oder Ovals. Die Anordnung wirkt auf den ersten Blick ungeordnet, folgt aber einer klaren Linie. So bleibt die Wand lebendig, ohne zufällig zu wirken.

Die Kantenhängung setzt auf Struktur. Die Bilder orientieren sich an einer Kante oder Linie, etwa der Oberkante einer Kommode oder einer Treppenstufe. Sie eignet sich für schmale Flächen und für Gruppen, die ruhig wirken sollen. Die Petersburger Hängung geht in die Gegenrichtung: Bilder hängen dicht beieinander und wirken auf den ersten Blick chaotisch. Oft hängen sie in mehreren Reihen übereinander und zeigen eine gewisse Opulenz. Sie eignet sich für kompliziertere Flächen wie eine Treppe und verträgt sehr unterschiedliche Formate.

Die Reihen- oder Rasterhängung ordnet die Bilder in gleichmäßigen Abständen an, entweder in einer Linie oder in mehreren Zeilen. Sie eignet sich für ordentliche, strukturierte Wände und für gleich große Rahmen. Bei gemischten Formaten funktioniert das Raster, wenn Sie die Bilder an einer gemeinsamen Achse ausrichten, etwa an der Unterkante oder an der Bildmitte.