Textiltapeten für wohnliche Räume auswählen

Textiltapeten bestehen aus einem Träger aus Vlies oder Papier und einer sichtbaren Stoffschicht aus Leinen, Seide, Baumwolle, Jute oder hochwertigen Synthesefasern. Das Gewebe fühlt sich weich an und wirkt wärmer als eine glatte Papiertapete.

Wer eine ruhige, wohnliche Atmosphäre sucht und bereit ist, mehr für das Wandmaterial auszugeben, erhält mit Textiltapeten eine langlebige Wandverkleidung.

Materialien und Verarbeitung

Der wichtigste Unterschied zu herkömmlichen Tapeten ist die Oberfläche. Während Papiertapeten bedruckt oder geprägt sind, trägt die Textiltapete ein echtes Gewebe. Jede Faser hat einen anderen Charakter: Leinen wirkt natürlich und matt, Seide glänzt dezent und edel, Velours fühlt sich samtig an. Synthetische Fasern sind robuster und oft günstiger, geben aber ebenfalls die typische Stoffoptik.

Die Verarbeitung ist ähnlich wie bei Vliestapeten. Der Kleister wird auf die Wand aufgetragen, die Bahnen werden direkt angedrückt. Weil das Gewebe empfindlich ist, sollten Sie die Bahnen nicht knicken und beim Zuschnitt mit scharfem Werkzeug arbeiten. Bei schweren Stofftapeten lohnt sich die Hilfe einer zweiten Person.

Akustik, Optik und Haptik

Die wichtigste Wirkung ist akustisch. Das Gewebe schluckt Schall, anders als glatte Wände, die Geräusche reflektieren. In Schlafzimmern und Arbeitszimmern senkt das den Geräuschpegel spürbar, Gespräche und Musik klingen weicher. Auch optisch hat das Vorteile: Die strukturierte Oberfläche bricht das Licht diffus, dadurch wirkt der Raum ruhiger und Unebenheiten der Wand fallen weniger auf. Kleine Risse oder leichte Putzfehler verschwinden hinter dem Stoff.

Dazu kommt die haptische Wirkung. Eine Wand aus Stoff fühlt sich warm an und nimmt dem Raum die Kühle, die glatte, harte Oberflächen verbreiten. Gerade in großen Wohnzimmern oder hohen Räumen entsteht dadurch eine einladende, fast polsternde Atmosphäre.

Wo Textiltapeten passen

Textiltapeten passen in Räume, in denen Ruhe und Wärme zählen. Im Schlafzimmer dämpfen sie Geräusche und schaffen eine gemütliche Stimmung. Im Wohnzimmer setzen sie eine Wand als gestalterischen Akzent, etwa hinter dem Sofa oder dem Essplatz. Auch Arbeitszimmer profitieren von der Schallschluckung, wenn Sie konzentriert arbeiten oder telefonieren.

Weniger geeignet sind Räume mit hoher Feuchtigkeit und starker Verschmutzung. In Küche und Bad nimmt der Stoff Dampf und Gerüche auf, Flecken lassen sich kaum entfernen. Auch Flure mit viel Berührung, etwa an der Garderobe, verschmutzen schnell. Wenn Sie dort trotzdem Stofftapete möchten, wählen Sie eine Bahn mit synthetischen Fasern und schützen Sie stark beanspruchte Stellen.

Direkte Sonne bleicht die Farben mit der Zeit aus. An Südfenstern sollten Sie die Tapete deshalb nicht über Jahre ungeschützt der prallen Sonne aussetzen, oder Sie wählen eine helle, unempfindliche Farbe.

Pflege und Reinigung

Der größte Nachteil im Alltag ist die Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Die meisten Textiltapeten sind nicht abwaschbar. Ein feuchter Lappen hinterlässt Wasserflecken oder drückt den Stoff an. Zur Pflege genügt es, die Tapete regelmäßig mit einer weichen Bürstendüse abzusaugen. Die Düse holt den Staub aus dem Gewebe, ohne es zu beschädigen.

Behandeln Sie Flecken schnell und trocken. Tupfen Sie Flüssigkeit mit einem sauberen Tuch ab. Reiben Sie nicht, sonst verteilt sich der Fleck und der Stoff fusselt. Bei hartnäckigen Stellen hilft nur der Rat eines Fachmanns. Viele Hersteller bieten spezielle Reinigungsmittel für ihre Produkte an. Je früher Sie reagieren, desto besser die Chance, dass kein Fleck zurückbleibt.

Vor- und Nachteile

Textiltapeten haben klare Vorteile: Sie sehen hochwertig aus, fühlen sich angenehm an, schlucken Schall und verdecken Unebenheiten der Wand. Sie verleihen einem Raum eine Eleganz, die glatte Tapeten nicht erreichen, und wirken durch die natürliche Faseroptik wohnlich.

Dem stehen klare Nachteile gegenüber. Der Preis liegt deutlich über dem von Papiertapeten. Hochwertige Naturfasern wie Seide kosten entsprechend mehr. Die Reinigung ist aufwendig. Feuchtigkeit und Flecken bleiben ein Risiko. Auch das Entfernen ist mühsam. Der Stoff reißt beim Abziehen häufig, und der Kleister haftet fest an der Wand. Planen Sie beim späteren Renovieren Zeit und Geduld ein, oder beauftragen Sie einen Fachbetrieb.