Ein Streifenmuster an der Kinderzimmerwand bringt Bewegung in den Raum und Sie können es mit wenigen Mitteln selbst streichen. Der schwierigste Teil ist das Abkleben der Streifen. Jede Unebenheit in der Kante fällt sofort auf. Wer die Wand vorbereitet, die Streifenbreite plant und in der richtigen Reihenfolge abklebt, bekommt auch als Laie gerade Linien hin.

Farbwahl: Was zum Kind passt

Die Farben im Kinderzimmer sollten zum Geschmack des Kindes passen und seine Stimmung unterstützen. Innenarchitekten sagen: Jede Farbe wirkt anders. Warme Töne wie Gelb und Orange wirken lebendig, kühle Töne wie Blau und Grün beruhigen. Jüngere Kinder mögen besonders die vielen Nuancen und Farbverläufe von Regenbogenfarben, zum Beispiel ein zartes Gelb neben einem sanften Grün.

Für Streifen eignen sich zwei Farbtöne, die gut zusammenpassen. Sie müssen sich nicht stark unterscheiden. Ein helles Blau neben einem kräftigen Petrolblau wirkt ruhiger als ein harter Kontrast zwischen Dunkelblau und Weiß. Lassen Sie das Kind bei der Auswahl mitentscheiden, aber treffen Sie die endgültige Entscheidung. Pastelltöne halten die Streifen dezent. Kräftige Farben setzen die Wand in Szene, können den Raum aber schnell überladen, wenn alle Wände gemustert sind. Streifen an einer einzelnen Wand reichen meist aus.

Ein Hinweis zur Wirkung der Farben: Diese Empfehlungen stammen aus der Praxis von Innenarchitekten, nicht aus wissenschaftlichen Studien. Was das eine Kind beruhigt, kann das andere anregen. Probieren Sie Farbmuster an der Wand aus und beobachten Sie, wie Ihr Kind darauf reagiert.

Breite und Richtung der Streifen festlegen

Bevor Sie abkleben, legen Sie fest, wie breit die Streifen sein sollen und ob sie waagerecht oder senkrecht verlaufen. Schmale Streifen von fünf bis zehn Zentimetern wirken fein und verspielt, breite Streifen von zwanzig bis dreißig Zentimetern wirken ruhiger und großzügiger. Ein bewährtes Vorgehen ist, die Streifenbreite an der Breite der Möbel auszurichten. Ein breiter Streifen hinter einem Regal geht weniger unter als viele schmale Streifen.

Bei der Richtung hilft die Raumform als Anhaltspunkt. Senkrechte Streifen betonen die Raumhöhe, waagerechte Streifen lassen die Wand breiter wirken. Diese Faustregel stammt aus der Gestaltungspraxis und variiert je nach Einrichtung. Sie ist keine feste Regel. Wenn die Zimmerdecke niedrig ist, sind senkrechte Streifen meist besser. Bei einem sehr schmalen Raum helfen waagerechte Streifen, die Enge zu mildern.

Planen Sie die Streifen auf dem Papier, bevor Sie abkleben. Messen Sie die Wandbreite und rechnen Sie aus, wie viele Streifen in welcher Breite hineinpassen. Beginnen und enden Sie mit derselben Farbe, wenn die Streifen symmetrisch wirken sollen. Eine unsymmetrische Anordnung mit unterschiedlich breiten Streifen ist ebenfalls möglich, erfordert aber mehr Messaufwand.

Vorbereitung: Untergrund und Material

Ein sauberer, glatter Untergrund ist die Grundlage für saubere Streifen. Wischen Sie Staub und Schmutz von der Wand und entfernen Sie lose Farbreste. Wenn die Wand neu verputzt ist oder deutlich unterschiedlich saugt, grundieren Sie sie vor dem ersten Anstrich. Die Grundierung sorgt dafür, dass die Farbe gleichmäßig aufzieht und die Abklebekanten später nicht einreißen.

An Material brauchen Sie Kreppband mit sauberer Kantenführung, einen langen Zollstock oder eine Wasserwaage mit Maßband, einen Bleistift, eine schmale Rolle für die Kanten und eine breite Rolle für die Fläche. Für die Markierung der Streifen eignet sich eine Laserwasserwaage am besten, weil sie exakte senkrechte Linien projiziert. Mit dem Bleistift ziehen Sie die Linien nur schwach, damit sie später nicht durch die Farbe schimmern.

Streifen abkleben: Die richtige Technik

Die Reihenfolge beim Streichen bestimmt, ob die Kanten sauber werden. Zuerst kleben Sie alle Streifen ab, dann streichen Sie die Kanten vor und erst danach die Fläche. Das Vorentschmieren der Kante ist der wichtigste Schritt gegen das Unterlaufen der Farbe. Sie tragen mit der schmalen Rolle die Wandfarbe entlang des Kreppbands auf, sodass die Kante dicht schließt. Danach streichen Sie die Fläche vollflächig.

Arbeiten Sie Wandabschnitt für Wandabschnitt. Sie streichen alle Streifen einer Farbe, lassen die Farbe trocknen und kleben dann für die zweite Farbe neu ab. Das Abkleben über frischer Farbe ist riskant, weil das Kreppband die noch weiche Farbe abziehen kann. Warten Sie nach dem ersten Anstrich mindestens die auf dem Farbeimer angegebene Trocknungszeit.

Beim Abkleben drücken Sie das Band mit dem Finger oder einem Spachtel fest an, besonders an den Kanten. Ein häufiger Fehler ist, das Band nur locker aufzulegen und die Farbe unterlaufen zu lassen. Kleben Sie das Band entlang der gezogenen Linie und überprüfen Sie mit der Wasserwaage, ob die Kante wirklich gerade verläuft, bevor Sie streichen.

Typische Fehler beim Abkleben vermeiden

Der häufigste Fehler ist, das Kreppband erst aufzutragen, nachdem die Grundierung oder der erste Anstrich frisch gestrichen ist. Das Band klebt auf der weichen Farbe nicht gleichmäßig und die Kante wird unscharf. Kleben Sie immer auf trockener, ausgehärteter Farbe.

Ein zweiter Fehler betrifft die Kantenpressung. Wenn Sie das Band nicht fest andrücken, kriecht die Farbe unter das Band und Sie erhalten eine gezackte Kante. Nehmen Sie sich für das Andrücken Zeit und arbeiten Sie mit einem glatten Gegenstand entlang der Kante.

Der dritte Fehler ist, das Band zu früh abzuziehen. Wenn die Farbe noch nicht durchgetrocknet ist, reißt beim Abziehen ein Teil der frischen Schicht mit ab und die Kante wird unsauber. Ziehen Sie das Band erst nach vollständiger Trocknung ab, und zwar in einem flachen Winkel langsam von sich weg. Bei sehr deckenden Farben kann es helfen, das Band vor dem Abziehen mit einem Cuttermesser entlang der Kante einzuschneiden, damit die Farbe nicht einreißt.

Ein vierter Fehler betrifft die Planung. Wer die Streifenbreite erst kurz vor dem Streichen ausmisst, endet oft mit ungleichmäßigen Streifen, weil sich die Maße rund um Türen und Fenster verschieben. Notieren Sie sich das Maßschema, bevor Sie kleben, und übertragen Sie es an jedem Wandabschnitt neu.