Kinderzimmerwände gestalten: Robust, pflegeleicht und flexibel

Kinderzimmerwände halten mehr aus als andere Wände: Fingermalflecken, Stiftstriche, Klebereste und gelegentlich einen Ball. Gleichzeitig wechseln Kinder ihre Vorlieben schneller, als eine Renovierung sinnvoll ist.

Die Lösung ist eine abwischbare Wand mit austauschbaren Elementen, die kein Neustreichen erfordert. Welche Farben und Materialien das leisten und worauf Sie beim Kauf achten sollten, entscheidet, wie lange die Wand im Alltag hält.

Was Kinderwände aushalten müssen

Kinder nehmen ihren Raum anders wahr als Erwachsene. Was Eltern als ruhig und aufgeräumt empfinden, wirkt auf Kinder oft langweilig, und umgekehrt finden Kinder Glitzer, bunte Elemente und das Sammeln von Dingen spannend. Das bedeutet für die Wandgestaltung: Die Grundfläche sollte robust sein, die Deko darf wechseln.

Die Wandfläche selbst bekommt im Kinderzimmer täglich Belastung ab. Stifte landen nicht immer auf dem Papier, feuchte Hände streifen über die Wand, und Möbel stoßen beim Umräumen dagegen. Eine normale Dispersionsfarbe, also die übliche Wandfarbe, übersteht das nur bedingt. Sie brauchen eine Farbe, die sich mit einem feuchten Tuch abwischen lässt und deren Oberfläche beim Scheuern nicht abblättert.

Abwaschbare Farben wählen

Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung auf dem Eimer. Abwaschbar bedeutet, dass sich frische Flecken mit einem feuchten Tuch entfernen lassen. Scheuerbeständig geht einen Schritt weiter: Die Farbe hält auch kräftigeres Reiben mit Schwamm und etwas Spülmittel aus, ohne dass die Oberfläche matt wird oder abträgt. Für ein Kinderzimmer ist die scheuerbeständige Variante die bessere Wahl, weil dort regelmäßig mit mehr Druck gereinigt wird.

Latex- und Silikonharzfarben gelten als besonders strapazierfähig. Sie bilden eine geschlossene, glatte Oberfläche, auf der Schmutz weniger haftet. Der Nachteil: Diese Farben sind teurer als einfache Dispersionsfarben, und die Wand muss gut vorbereitet sein, damit die Farbe gleichmäßig deckt. Bei stark beanspruchten Bereichen, etwa rund um den Schreibtisch oder am Bett, lohnt sich die Investition.

Farbtest vor dem Kauf

Beim Einkauf gilt: Individuell abgetönte Farben sind vom Umtausch ausgeschlossen. Wenn Sie eine Farbe mischen lassen und sie im Raum nicht gefällt, bleibt der Eimer bei Ihnen. Weiße Farbe und Malerzubehör können Sie dagegen in der Regel zurückgeben.

Kaufen Sie deshalb zuerst eine kleine Probemenge der gewünschten Farbe und streichen Sie ein größeres Stück Wand, am besten an einer Stelle, die unterschiedlich beleuchtet ist. Die Farbe sieht bei Tageslicht, Kunstlicht und in der Abenddämmerung anders aus. Auch die Abbildung im Onlineshop oder auf der Farbkarte weicht vom echten Ergebnis ab, weil Bildschirme und Beleuchtung die Darstellung verfälschen. Ein Teststrich zeigt Ihnen vorher, ob der Ton zu kräftig oder zu blass ist.

Flexible Elemente einplanen

Damit die Wand nicht bei jedem Stimmungswandel des Kindes neu gestrichen werden muss, setzen Sie auf Elemente, die sich leicht entfernen lassen. Tafelfarbe verwandelt einen Wandabschnitt in eine große Zeichenfläche. Kinder können darauf mit Kreide malen, und die Fläche lässt sich mit einem feuchten Tuch wieder sauber wischen. Magnetfarbe macht einen Teil der Wand zum Pinnbrett, an dem Bilder und Zeichnungen hängen, ohne dass Sie Löcher in die Wand bohren.

Wandtattoos und Aufkleber sind die flexibelste Lösung. Sie lassen sich in der Regel rückstandsfrei abziehen und neu positionieren, sodass Sie Motive austauschen können, wenn das Kind älter wird. Auch Washi-Tape, ein Klebeband in vielen Farben und Mustern, eignet sich für schnelle Veränderungen, etwa um Bilderrahmen oder als bunte Linie entlang der Wand. Diese Elemente ergänzen die gestrichene Fläche, ohne sie dauerhaft zu verändern.

Farben mit Bedacht einsetzen

Eine durchgehend bunte Wand wirkt auf Kinder oft überfordernd, und sie gefällt ihnen selten so lange, wie die Renovierung hält. Bewährt hat sich ein ruhiger Grundton mit farbigen Akzenten. Weiß, Grau und Schwarz als Basistöne lassen sich mit einzelnen Farbflächen, Möbeln oder Deko-Elementen kombinieren. Das Kind kann bei der Auswahl der Akzentfarben mitentscheiden, ohne dass die Grundgestaltung zu bunt oder laut wird.

Wenn das Kind auf einer Farbe besteht, die Ihnen zu grell erscheint, gibt es einen Mittelweg: Streichen Sie nur eine einzelne Wand oder einen Wandabschnitt in dieser Farbe und halten Sie die übrigen Flächen neutral. So bleibt der Raum ruhig, und die Lieblingsfarbe ist trotzdem präsent. Sollte sich der Geschmack ändern, ist eine einzelne Wand schneller überstrichen als der ganze Raum.