Kinderzimmer: Wandfarbe und Möbel harmonisch abstimmen
Die Wandfarbe bestimmt die Stimmung im Kinderzimmer, bevor Möbel stehen. Sie beeinflusst, wie groß und hell der Raum wirkt und ob sich das Kind ruhig oder angeregt fühlt.
Wer Wandfarbe und Möbel aufeinander abstimmt, bekommt ein harmonisches Zimmer. Der einfachste Weg: eine Grundfarbe für die Wände wählen und sie in Bett, Schrank, Vorhängen und Teppich wiederholen.
Die Grundfarbe bestimmt die Stimmung
Bevor Sie einzelne Möbel auswählen, entscheiden Sie, welche Atmosphäre das Zimmer haben soll. Blautöne wirken beruhigend, fördern die Konzentration und eignen sich gut für ein Zimmer, in dem das Kind auch schlafen soll. Grüntöne wirken natürlich und ausgleichend. Weiß, Creme und Beige schaffen eine ruhige Basis, die sich später leicht umgestalten lässt. Rot und Orange wirken anregend und machen ein Zimmer unruhig. Sie eignen sich nur als kleine Akzente, nicht als Wandfarbe für einen Schlafraum.
Die Raumgröße ist ebenfalls wichtig. Helle Farben lassen kleine Zimmer größer wirken. Dunkle Töne lassen Räume kleiner wirken und machen große Räume gemütlicher. In einem Kinderzimmer, das gleichzeitig Spiel- und Schlafbereich ist, empfiehlt sich eine helle Grundfarbe, die Sie mit kräftigeren Akzenten an einer Wand oder in der Deko ergänzen.
Drei harmonische Kombinationen für den Alltag
Konkrete Beispiele sind besser als abstrakte Farbregeln. Die folgenden Kombinationen funktionieren in der Praxis, weil sie eine Grundfarbe aufgreifen und mit natürlichen Materialien und neutralen Tönen ergänzen.
Sanftes Blau mit weißem Bett und Holztönen. Streichen Sie die Wände in einem hellen, gedeckten Blau, etwa einem zarten Himmelblau. Dazu passen ein weißes oder naturbelassenes Holzbett, ein weißer Kleiderschrank und Vorhänge in warmem Weiß oder hellem Grau. Der Teppich kann einen etwas kräftigeren Blauton haben oder bleibt neutral in Beige. Diese Kombination wirkt ruhig und lässt sich später mit bunten Kissen oder Bildern leicht verändern.
Warmes Creme mit Eiche und gedecktem Grün. Wählen Sie für die Wände ein warmes Creme oder ein sehr helles Beige. Die Möbel, also Bett, Schrank und Regal, sind aus heller Eiche oder haben eine ähnliche Holzoptik. Vorhänge und Teppich sind in einem gedeckten Salbeigrün. Das ergibt ein natürliches, freundliches Zimmer. Es passt für Babys und ältere Kinder, weil die Farben nicht speziell kindlich sind.
Pastelliges Gelb mit Weiß und Grau. Ein sehr helles, pastelliges Gelb an den Wänden macht den Raum warm und hell, ohne aufdringlich zu sein. Dazu passen weiße Möbel und graue Textilien, also Vorhänge und Teppich in einem hellen bis mittleren Grau. Das Gelb macht den Raum freundlich, während Grau und Weiß für Ruhe sorgen. Diese Kombination eignet sich besonders für Zimmer, die wenig natürliches Licht bekommen.
Von den Möbeln ausgehen
Wenn Sie bereits Möbel besitzen, gehen Sie von ihnen aus. Ein dunkler Kleiderschrank aus Nussbaum braucht andere Wandfarben als ein weißes Hochbett. Bei dunklen Möbeln sollten die Wände hell bleiben, sonst wirkt der Raum schnell schwer. Bei weißen oder sehr hellen Möbeln haben Sie mehr Freiheit und können an der Wand kräftigere Töne wählen.
Eine einfache Entscheidungsregel: Wählen Sie zuerst das größte Möbelstück, meist das Bett oder den Schrank, und stimmen Sie die Wandfarbe darauf ab. Die Textilien, also Vorhänge, Teppich und Bettwäsche, bilden die dritte Ebene und können die Verbindung zwischen Wand und Möbeln herstellen. Ein Teppich, der einen Ton der Wandfarbe aufgreift, lässt den Raum ruhiger wirken. Vorhänge in einem helleren oder dunkleren Ton derselben Farbfamilie schaffen Tiefe, ohne zu konkurrieren.
Mit Akzenten arbeiten statt alles aufeinander abzustimmen
Eine perfekte Abstimmung aller Elemente kann steril wirken. Besser ist es, eine klare Grundordnung zu haben und einzelne Akzente bewusst zu setzen. Wenn die Wände in einem ruhigen Ton gestrichen sind, dürfen Kissen, Decken, Bilder oder ein Regal mit Spielzeug farbige Punkte setzen. Diese Akzente lassen sich später leicht austauschen, wenn das Kind älter wird und andere Farben bevorzugt.
Achten Sie darauf, nicht zu viele verschiedene Farbfamilien zu mischen. Zwei oder drei Töne, die zusammengehören, wirken ruhiger als ein buntes Sammelsurium. Der Farbkreis hilft bei der Orientierung: Farben, die nebeneinander liegen, wie Blau und Grün, passen immer zusammen. Farben, die sich gegenüberliegen, wie Blau und Orange, ergeben einen kräftigen Kontrast, der großflächig schnell unruhig wirkt.
Erst Muster, dann streichen
Bevor Sie die Wandfarbe festlegen, testen Sie sie im Raum. Farben wirken je nach Licht und Tageszeit unterschiedlich. Ein großer Farbfächer oder ein Testfeld an der Wand zeigt besser, wie der Ton wirklich aussieht, als eine kleine Farbkarte im Geschäft. Streichen Sie eine Fläche von etwa einem Quadratmeter und betrachten Sie sie morgens, mittags und abends. So sehen Sie rechtzeitig, wenn ein vermeintlich helles Blau im Zimmer dunkler wirkt als erwartet.
Auch die Möbel sollten Sie im Raum sehen, bevor Sie alles endgültig platzieren. Ein weißer Schrank wirkt neben einer cremefarbenen Wand anders als neben reinem Weiß. Wenn Sie unsicher sind, bleiben Sie bei einer Wandfarbe, die deutlich heller ist als die Möbel. Diese Wandfarbe gleicht Abweichungen am besten aus und lässt sich später mit einem neuen Anstrich korrigieren.