Fingerabdrücke, Stiftspuren und Klebereste gehören im Kinderzimmer dazu. Eine helle, schlichte Wandfarbe mit robuster Oberfläche steckt den Alltag besser weg als ein Wandmotiv. Sie passt auch noch, wenn sich der Geschmack des Kindes ändert. Poster, eine kleine Tafelfläche und Wandtattoos lassen sich später leichter austauschen.

Achten Sie auf zwei getrennte Angaben: Die Nassabriebklasse beschreibt, wie gut sich die getrocknete Wand feucht reinigen lässt. Umweltzeichen wie der Blaue Engel geben Auskunft über Emissionen und Inhaltsstoffe.

Wandfarbe nach Nassabriebklasse wählen

Die Nassabriebklasse finden Sie im technischen Merkblatt oder Produktdatenblatt. Die Einteilung folgt der Norm DIN EN 13300 und reicht von Klasse 1 bis Klasse 5. Klasse 1 bietet die höchste Nassabriebbeständigkeit. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Verschmutzung mit jedem Schwamm oder Reiniger entfernt werden kann. Wischen Sie die Wand vorsichtig und beachten Sie die Pflegehinweise des Herstellers.

Für eine große Wandfläche eignet sich eine helle oder mittlere Grundfarbe, die zu wechselnden Möbeln und Motiven passt, sodass Sie bei einem neuen Lieblingsthema nicht gleich neu streichen müssen. Prüfen Sie beim Kauf neben der Nassabriebklasse auch die Angaben zu Emissionen: Das Umweltbundesamt empfiehlt emissionsarme Innenwandfarben. Für Wandfarben mit dem Blauen Engel nennt es bis zu 95 Prozent weniger flüchtige organische Verbindungen als bei herkömmlichen Dispersionsfarben. Dieser Vergleich gilt für die dort beschriebenen Produkte und lässt sich nicht pauschal auf jede Farbe übertragen.

„Wasserbasiert“ oder „geruchsarm“ allein sagt nicht alles über die Inhaltsstoffe aus. Wasserbasierte Farben können Konservierungsmittel enthalten. Lesen Sie deshalb die Deklaration und das technische Merkblatt und lüften Sie während des Streichens und Trocknens gründlich.

Tafelflächen klein halten

Eine begrenzte Tafelfläche schafft Platz zum Malen und für Notizen, ohne den ganzen Raum dunkel wirken zu lassen. Für kleinere Kinder liegt sie am besten so tief, dass sie selbst herankommen. Später bietet sich ein Platz neben dem Schreibtisch an. Halten Sie Abstand zu empfindlichen Textilien und Möbeln, denn Kreidestaub kann sich absetzen.

Tafelfarben unterscheiden sich je nach Produkt und Untergrund. Probieren Sie die Farbe zuerst an einer unauffälligen Stelle aus und richten Sie sich nach den Angaben des Herstellers zu Auftrag, Trocknung und Reinigung. Auch nach dem Abwischen können Kreidespuren bleiben. Verwenden Sie zum Beschriften Wand- oder Farbkreide; andere Stifte können die Fläche dauerhaft verändern.

Poster leicht austauschen

Poster und Kinderzeichnungen lassen sich ohne neuen Anstrich ersetzen. Eine Bilderleiste, Klammerleiste oder eine Reihe gleich großer Rahmen sorgt dafür, dass die Wand trotz wechselnder Motive geordnet bleibt. Geben Sie den eigenen Bildern des Kindes einen festen Platz, etwa in einem einzelnen Rahmen oder auf einer Leiste.

Wählen Sie für Bilder einen Platz, an dem sie beim Herausziehen von Spielzeugkisten nicht ständig berührt werden. Vermeiden Sie außerdem Plätze direkt über dem Bett oder an Kletterzonen. Glänzende Oberflächen können bei seitlichem Licht spiegeln; matte Poster und Rahmen verringern solche Reflexe.

Wandtattoos zuerst testen

Wandtattoos lassen sich schnell anbringen, haften aber nicht auf jedem Anstrich. Die Fläche sollte nach den Vorgaben des Anbieters sauber und trocken sein. Raue Tapeten, stark strukturierte Wände und wasser- oder schmutzabweisende Anstriche können die Haftung beeinträchtigen. Auch eine hohe Scheuerbeständigkeit sagt nicht automatisch aus, ob eine Folie gut hält.

Bringen Sie vor einem großen Motiv ein kleines Testtattoo an einer unauffälligen Stelle an. Halten Sie sich an die Montageanleitung des konkreten Produkts, denn die nötige Wartezeit nach dem Streichen oder Tapezieren ist je nach Anbieter unterschiedlich. Ziehen Sie die Folie beim Entfernen langsam und flach ab. Je nach Untergrund können beim Entfernen Rückstände bleiben.

Möbel und Licht mitplanen

Platzieren Sie Tafelflächen und Bilder so, dass Möbel sie nicht verdecken. Stellen Sie Kisten so auf, dass sie beim Herausziehen nicht an der Wand entlangschrammen. Neben offenen Regalen oder niedrigen Möbeln ist eine robuste, abwischbare Zone praktisch. Standregale müssen an der Wand verankert werden. Stellen Sie Sitzmöbel und Spieltische nicht direkt ans Fenster, wenn sie Kindern als Aufstiegshilfe dienen könnten.

Für die Raumbeleuchtung im Kinderzimmer gelten 300 bis 500 Lux als Orientierungswert. Lux ist die Einheit für die Beleuchtungsstärke. Dimmbare Beleuchtung passt den Raum an verschiedene Situationen an. Am Schreibtisch sollte die Tischfläche gleichmäßig hell sein. Stellen Sie die Leuchte so auf, dass die Schreibhand keinen störenden Schatten wirft: Bei Rechtshändern kommt das Licht möglichst von links, bei Linkshändern von rechts.

Wandgestaltung gemeinsam verändern

Richten Sie die Wandgestaltung an den Interessen und Bedürfnissen des Kindes aus und passen Sie sie an, wenn sich diese ändern. Bei jüngeren Kindern helfen überschaubare Wahlmöglichkeiten: Lassen Sie beispielsweise zwischen zwei oder drei passenden Farben, Motiven oder Positionen für die Tafelfläche wählen. Ältere Kinder können Poster, Fotos und Erinnerungsstücke selbst zusammenstellen.

Eine ruhige Grundfarbe erleichtert Veränderungen: Wenn sich die Interessen ändern, tauschen Sie die Akzente aus und lassen den Grundanstrich bestehen, sodass Sie nicht für jede neue Phase renovieren müssen.