Dispersionsfarbe eignet sich für viele übliche Wandflächen in Innenräumen. Sie lässt sich mit Wasser verdünnen und mit Pinsel oder Farbrolle auftragen. Dabei sind feine Bindemittelteilchen im Wasser verteilt.
Je nach Produkt unterscheiden sich Deckkraft und Beständigkeit bei der Reinigung. Auch die nötige Verdünnung variiert. Für ein gleichmäßiges Ergebnis muss der Untergrund sauber, trocken und tragfähig sein. Welche Farbe passt und wie Sie sie auftragen, hängt auch davon ab, wie stark die Wand beansprucht wird.
Deckkraft und Nassabriebklasse
Dispersionsfarbe eignet sich vor allem für Wände und Decken in Innenräumen. Sie ist in vielen Farbtönen und unterschiedlichen Glanzgraden erhältlich. Wasser macht die Farbe flüssig. Bindemittel, Pigmente und Füllstoffe beeinflussen, wie sich die Farbe streichen lässt und wie die getrocknete Oberfläche aussieht. Auch weitere Zusätze wirken sich darauf aus.
Die Angaben auf dem Farbeimer erleichtern den Vergleich: Die DIN EN 13300 ordnet Innenwandfarben unter anderem nach Nassabriebbeständigkeit und Deckvermögen ein. Die Nassabriebklasse beschreibt, wie widerstandsfähig die getrocknete Farbe bei feuchter Reinigung ist. Klasse 1 steht für die höchste, Klasse 5 für die geringste Beständigkeit. Wählen Sie für häufig gereinigte oder stark beanspruchte Flächen eine hohe Klasse.
Das Deckvermögen zeigt, wie gut die Farbe den Untergrund bei einer festgelegten Farbmenge pro Fläche abdeckt. Die Klassen reichen von 1, dem höchsten, bis 4, dem geringsten Deckvermögen. Ob ein Anstrich genügt, hängt auch bei hoher Klasse vom Untergrund, vom Farbunterschied und von der aufgetragenen Menge ab. Die Norm erfasst außerdem Glanzgrad und Korngröße.
Wand vorbereiten
Die Wand sollte sauber und trocken sein. Sie muss außerdem fest genug sein, damit die Farbe hält. Entfernen Sie Staub. Beseitigen Sie auch lose Farbschichten und andere Rückstände, die die Haftung beeinträchtigen. Wenn sich beim Reiben Sand vom Putz löst oder die Fläche stark saugt, brauchen Sie häufig eine passende Grundierung. Welche Grundierung geeignet ist, richtet sich nach Untergrund und Farbe. Prüfen Sie dazu das technische Merkblatt des Produkts.
Behandeln Sie Flecken gesondert. Wasser-, Ruß-, Nikotin- oder Fettflecken können nach dem Überstreichen wieder sichtbar werden. Reinigen Sie die betroffene Fläche oder verwenden Sie eine geeignete Grundierung, die Flecken blockiert. Halten Sie sich dabei an die Empfehlung des Herstellers für den jeweiligen Untergrund. Alte Leimfarben müssen je nach Zustand abgewaschen oder mechanisch entfernt werden.
Rühren Sie die Farbe vor dem Streichen gründlich auf. Wenn Sie mehrere Eimer desselben Farbtons auf einer zusammenhängenden Fläche verwenden, mischen Sie die Farbe vorher zusammen. So vermeiden Sie sichtbare Unterschiede zwischen den Gebinden.
Gleichmäßig streichen
Tragen Sie die Farbe mit einer passenden Rolle oder einem Pinsel gleichmäßig auf. Bearbeiten Sie zusammenhängende Flächen nass in nass, also bevor die bereits gestrichenen Ränder antrocknen. So entstehen weniger sichtbare Ansätze. Streichen Sie nicht erst einzelne kleine Bereiche fertig, wenn sie später mit bereits trockenen Flächen zusammentreffen.
Prüfen Sie nach dem Trocknen, ob ein zweiter Anstrich nötig ist. Bei starkem Farbkontrast, stark saugendem Untergrund oder zu dünnem Farbauftrag ist ein weiterer Anstrich eher nötig. Halten Sie sich an die Herstellerangaben dazu, wann Sie die Farbe erneut streichen können. Die Wartezeit hängt vom Produkt sowie von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab.
Die Verbrauchsangabe auf dem Farbeimer dient als Richtwert für die Planung. Ein glatter Untergrund braucht weniger Farbe als eine raue Fläche. Als konkrete Beispiele nennt Caparol für CapaDIN etwa 150 bis 160 Milliliter je Quadratmeter und Arbeitsgang auf glattem Untergrund. Sto gibt für StoColor Select DIN etwa 120 bis 140 Milliliter je Quadratmeter und Anstrich an. Diese Werte gelten jeweils für das genannte Produkt; bei einem anderen Putz oder Auftrag fällt der Verbrauch anders aus.
Farbe richtig verdünnen
Dispersionsfarbe ist wasserverdünnbar, muss aber nicht automatisch verdünnt werden. Zu viel Wasser verändert die Konsistenz und den Farbauftrag. Dann stimmen die Angaben des Herstellers zu Verbrauch und Deckkraft möglicherweise nicht mehr.
Verdünnen Sie die Farbe daher nur, wenn das technische Merkblatt es vorsieht, und halten Sie sich an die dort genannte Menge. Die Angaben unterscheiden sich je nach Produkt und Auftragstechnik. Für CapaDIN nennt Caparol höchstens fünf Prozent Wasser für einen satten, gleichmäßigen Anstrich. Bei kontrastreichen Flächen kann ein Grundanstrich mit höchstens zehn Prozent Wasser vorgesehen sein. Diese Werte sind keine allgemeine Regel für alle Dispersionsfarben.
Grenzen von Dispersionsfarbe
Dispersionsfarbe gleicht keine mangelhafte Wand aus. Auf feuchten oder verschmutzten Flächen kann die Farbe schlecht haften oder ungleichmäßig trocknen. Sandende und nicht tragfähige Flächen können dasselbe verursachen. Reinigen, grundieren oder entfernen Sie problematische Altanstriche, bevor Sie streichen.
Mit einem Anstrich beseitigen Sie kein Schimmelproblem. Feuchtigkeit entsteht zum Beispiel durch eindringendes Wasser, Kondensation an kalten Flächen oder einen unzureichenden Abtransport der Feuchtigkeit aus der Raumluft. Klären und beseitigen Sie die Ursache, bevor Sie die Wand neu beschichten. Überstreichen allein verhindert nicht, dass Schimmel wiederkommt.
Eine hohe Nassabriebklasse macht die Farbe beständiger bei feuchter Reinigung. Trotzdem verträgt die Wand nicht jede Reinigungsmethode. Beachten Sie die Pflegehinweise für die jeweilige Farbe. Auch „wasserbasiert“ oder „emissionsarm“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt frei von Zusatzstoffen ist. Manche Farben enthalten Konservierungsmittel. Prüfen Sie bei empfindlicher Haut oder besonderen Anforderungen die Kennzeichnung und die Produktinformationen. Umweltzeichen wie der Blaue Engel können bei der Auswahl emissionsarmer Innenwandfarben helfen.