Dekorputz auftragen: Spachtel, Pinsel und Wischtechnik
Dekorputz ist eine Wandbeschichtung, die sich wie Farbe auftragen und danach frei strukturieren lässt. Rollputz, auch Streichputz genannt, ist eine Variante davon.
Spachtel, Pinsel oder Wischtechnik erzeugen Oberflächen von kräftigen Strukturen bis zu weichen Übergängen. Der Aufwand ist mittel. Gutes Werkzeug und eine möglichst glatte Wand erleichtern die Arbeit deutlich.
Werkzeug und Untergrund vorbereiten
Zum Auftragen von Dekorputz brauchen Sie Malerkreppband, Abdeckfolie, Wandfarbe, den Putz selbst sowie Heizkörperpinsel, Farbrolle, Abstreifgitter und Arbeitshandschuhe. Eine glatte Wand liefert die besten Ergebnisse. Aber auch auf Tapeten lässt sich Dekorputz verarbeiten. Kleben Sie Kanten und Anschlüsse mit Malerkrepp ab und decken Sie den Boden mit Folie ab, bevor Sie beginnen. Ein Abstreifgitter an der Farbwanne verteilt den Putz gleichmäßig auf der Rolle und verhindert Klumpen.
Körnung bestimmt die Struktur
Die Körnung im Rollputz bestimmt, wie die Oberfläche später aussieht. Je nach gewünschtem Effekt wählen Sie eine von drei Korngrößen: fein, mittel oder grob. Feine Körnung ergibt eine glatte, fast edle Oberfläche. Grobe Körnung ergibt eine deutlich sichtbare, rustikale Struktur. Die Körnung beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch, wie stark die Spuren von Spachtel oder Pinsel sichtbar bleiben.
Mit dem Spachtel Struktur setzen
Mit dem Spachtel erzeugen Sie kräftige, lebendige Oberflächen. Tragen Sie den Putz zunächst gleichmäßig auf und ziehen Sie anschließend mit dem Spachtel Bahnen, Bögen oder Kreuzmuster durch die noch feuchte Schicht. Je fester Sie drücken, desto deutlicher wird die Struktur. Diese Technik eignet sich für ganze Wände. Sie müssen aber gleichmäßig arbeiten, damit keine sichtbaren Ansatzstellen entstehen.
Mit dem Pinsel Muster ziehen
Der Pinsel eignet sich für feinere, regelmäßigere Muster. Streichen Sie den Putz mit der Rolle auf und ziehen Sie danach mit einem Heizkörperpinsel oder einem breiten Malerpinsel Linien, Wellen oder Kreise durch die Oberfläche. Die Borsten hinterlassen feine Rillen, die je nach Körnung unterschiedlich stark hervortreten. Diese Technik lässt sich gut auf Teilflächen wie einer Wand hinter dem Sofa oder einer Nische einsetzen.
Wischtechnik für weiche Übergänge
Bei der Wischtechnik führen Sie einen feuchten Schwamm oder ein Tuch nach dem Auftrag über die Putzschicht. Dabei verwischen Sie die Struktur teilweise und erzeugen weiche Übergänge statt harter Kanten. Der Effekt hängt stark vom Zeitpunkt ab. Ist der Putz noch feucht, lassen sich Flächen großzügig verwischen. Trocknet er an, werden die Spuren zarter. Diese Technik braucht etwas Übung, weil Sie die ganze Fläche bearbeiten müssen, bevor der Putz abbindet. Planen Sie deshalb kleinere Abschnitte und arbeiten Sie zügig.
Die passende Technik wählen
Welche Technik Sie wählen, hängt vom Raum und vom gewünschten Aussehen ab. Für große Wohnflächen eignet sich eine gleichmäßige Struktur mit der Rolle, ergänzt durch dezente Pinselspuren. Für Akzentwände im Schlafzimmer oder Flur bietet der Spachtel mehr Ausdruck. Die Wischtechnik wirkt ruhiger und eleganter. Bedenken Sie, dass grobe Strukturen Staub stärker sichtbar machen und sich schwerer reinigen lassen als glatte Flächen. Testen Sie die gewählte Technik zuerst auf einem Reststück oder einer unauffälligen Ecke, bevor Sie die ganze Wand gestalten.