Abwischbare Wandfarben fürs Kinderzimmer auswählen
Wenn Sie ein Kinderzimmer streichen, brauchen Sie eine Wandfarbe, die schadstoffarm ist und den Alltag mit Kindern aushält. Fingerabdrücke, Stiftstriche und Spritzer landen an der Wand. Nicht jede Farbe lässt sich danach abwischen.
Entscheidend sind zwei Angaben auf dem Produktdatenblatt: die Nassabriebklasse (Robustheit) und die Emissionskennzeichnung (Schadstoffarmut). Wer diese Werte kennt, kann sie vor dem Kauf prüfen.
Was die Nassabriebklasse aussagt
Die Nassabriebklasse gibt an, wie gut eine Farbe das Reinigen mit Wasser und Schwamm übersteht. Der Begriff stammt aus einem genormten Testverfahren nach DIN EN 13 300. Dabei wird eine definierte Farbschicht auf ein Trägerpapier aufgebracht, und ein Schlitten fährt mit Scheuerbewegungen darüber. Gemessen wird, wie viel Farbschicht dabei verloren geht. Je weniger Schicht abgetragen wird, desto höher ist die Klasse und desto robuster die Oberfläche.
Es gibt fünf Nassabriebklassen. Klasse 1 ist die widerstandsfähigste, Klasse 5 die empfindlichste. Farben der Klassen 1 bis 3 werden im Test mit 200 Scheuerzyklen geprüft. Die Klassen 1 und 2 verlieren dabei deutlich weniger Farbschicht als Klasse 3. Für ein Kinderzimmer sollten Sie mindestens Klasse 2 oder besser Klasse 1 wählen. Diese Farben halten wiederholtes Abwischen aus, ohne dass die Wand glänzend wird oder die Farbe abblättert. Günstige Dispersionsfarben aus dem Baumarkt liegen oft nur bei Klasse 3 oder darunter und zeigen nach ein paar Reinigungsdurchgängen sichtbare Spuren.
Wichtig: Die Nassabriebklasse sagt nichts über die Schadstoffbelastung aus. Eine extrem robuste Farbe kann trotzdem Lösungsmittel oder andere problematische Inhaltsstoffe enthalten. Robustheit und Emissionsarmut sind zwei getrennte Kriterien, die Sie getrennt prüfen müssen.
Worauf Sie im Produktdatenblatt achten sollten
Das Produktdatenblatt ist die wichtigste Informationsquelle vor dem Kauf. Suchen Sie dort nach zwei Abschnitten: dem Verwendungszweck und den technischen Kennwerten.
Der Verwendungszweck nennt oft direkt, wofür die Farbe gedacht ist. Viele Hersteller schreiben dort ausdrücklich, dass eine Farbe für den sensiblen Wohnbereich oder speziell für Kinder- und Jugendzimmer entwickelt wurde. Das ist ein praktischer Anhaltspunkt, ersetzt aber nicht den Blick auf die technischen Daten.
Bei den technischen Kennwerten finden Sie die Nassabriebklasse, meist als "Nassabriebklasse 1" oder "Scheuerbeständigkeit Klasse 1" angegeben. Ältere Produkte verwenden noch die Bezeichnungen "waschbeständig" oder "scheuerbeständig", die vor der Einführung der DIN EN 13 300 im Jahr 2001 üblich waren. Scheuerbeständig entspricht in etwa den heutigen Klassen 1 und 2, waschbeständig eher den Klassen 3 und 4. Wenn Sie ein älteres Datenblatt vor sich haben, ordnen Sie die Angabe entsprechend ein.
Zusätzlich lohnt sich der Blick auf die Deckkraft und den Verbrauch. Eine hohe Deckkraft bedeutet, dass Sie weniger Anstriche benötigen. Das spart Zeit. Der Verbrauch steht in der Regel in Millilitern pro Quadratmeter und hilft Ihnen, die benötigte Farbmenge zu kalkulieren.
Emissionsarm und schadstoffarm streichen
Für die Gesundheit im Kinderzimmer ist die Raumluft entscheidend. Wandfarben tragen großflächig zur Innenraumluft bei. Inhaltsstoffe können unbemerkt die Schadstoffkonzentration erhöhen. Deshalb wählen Sie eine Farbe, die nachweislich emissionsarm ist.
Das verlässlichste Kennzeichen dafür ist der Blaue Engel. Farben mit diesem Umweltzeichen werden über die gesetzlichen Anforderungen hinaus geprüft. Die Vergabegrundlage ist die DE-UZ 102, Ausgabe 2019. Zertifizierte Farben sind emissionsarm. Sie enthalten keine Biozide, keine bleihaltigen Pigmente und keine per- und polyfluorierten Chemikalien. Sie sind frei von gesundheitsgefährdenden Weichmachern und schließen krebserzeugende, erbgutverändernde und giftige Stoffe aus. Das Umweltzeichen finden Sie direkt auf dem Eimer oder im Produktdatenblatt.
Auch andere Labels wie das EU-Ecolabel oder der TÜV-geprüfte Schadstoffcheck geben Hinweise. Der Blaue Engel ist für Innenwandfarben aber die strengste und am weitesten verbreitete Kennzeichnung. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, greifen Sie zu einer Farbe mit diesem Zeichen. Sie können dann davon ausgehen, dass die Farbe keine relevanten Schadstoffe an die Raumluft abgibt.
So reinigen Sie die Wand später richtig
Auch die beste abwischbare Farbe verzeiht nicht jede Reinigungsmethode. Verwenden Sie einen weichen Schwamm oder ein Mikrofasertuch. Wringen Sie es in lauwarmem Wasser mit etwas mildem Spülmittel aus. Wischen Sie die betroffene Stelle mit leichtem Druck, ohne die Wand zu durchnässen. Danach trocknen Sie die Fläche mit einem trockenen Tuch nach. Aggressive Reinigungsmittel, Scheuermilch oder harte Bürsten greifen die Farboberfläche an. Sie hinterlassen matte oder glänzende Stellen, die sich nicht mehr beheben lassen.
Bei hartnäckigen Flecken wie Filzstift oder Wasserfarbe tupfen Sie zunächst mit einem trockenen Tuch, um überschüssige Farbe aufzunehmen. Danach arbeiten Sie mit dem feuchten Tuch. Reiben Sie nicht zu lange an derselben Stelle, sonst tragen Sie die Wandfarbe ab. Wenn ein Fleck trotzdem nicht verschwindet, lassen Sie ihn besser so, als die Wand durch starkes Scheuern zu beschädigen. Eine kleine Retusche mit der Restfarbe ist in den meisten Fällen unauffälliger als eine ausgewaschene Stelle.