Kaltnadelradierung

Kaltnadelradierung

Das Kaltnadelradieren ist ein grafisches Tiefdruckverfahren, eine mögliche Form des Ätzens. Prozess- und Gestaltungsmöglichkeiten der Kaltnadel Im Gegensatz zum Kupferstich werden bei der Kaltnadelgravur keine Späne entfernt. Da auch in der Kaltnadeltechnik eine Ätznadel verwendet wird, jedoch ohne die sonst beim Ätzen auftretende Erwärmung, spricht man auch vom "Kaltnadelätzen". Das Kaltnadelverfahren gehört nicht zu den Bearbeitungsverfahren, wie z.B.

das * Kupferstichverfahren. Wie erkennt man eine Kaltnadelradierung und wie entstand diese Tiefdrucktechnik?

Es ist alles zerkratzt! Ätzkunst der Ätzung

Der einzig wirkliche, gerade Strich ist der geätzte. Der geätzte Strich ist die Zeile par Excellence, und die Ätzung ist das ideale Bild der Schwarz-Weiß-Kunst. "In seinem" Buch für Kupferstichammler (Leipzig 1922, S. 60f.) schwärmte der Künstler vom Charme der Ätzkunst, und in seiner Jahrhunderte langen Historie hat die Ätzkunst bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft einbüßt.

Egal ob es sich um Rémbrandt oder Goja, Lothringen oder Krawattenpolo, ob es sich um eine Radiergeschichte handelt - die Historie der großen Künstler ist immer eine Historie. Wörtlich übersetzt bedeutet Kupferstich vor allem, dass viele frühe Stiche Gemälde und Plastiken kopierten: Diese relativ kostengünstige Reproduktionsgraphik - Hunderte von Drucken konnten auf einer Druckform hergestellt werden - favorisierte die europ. Verteilung von Motiv- und Bildvorstellungen.

Das Ätzen der Kaltnadel erfolgt unmittelbar mit der Ätznadel auf der Druckform, während das Ätzen in eine auf die Druckform aufgebrachte Ätzgrundlage und das anschließende Ätzen der Druckform in Säuren erfolgt. Das Kaltnadelradieren ist wie der Kupferdruck ein zeit- und energieintensiver Prozess. Doch der Hauptunterschied besteht in der Gestaltung der Druckplattenzeichnung - und das spiegelt sich im Druckwerk wieder: Der Stichel des Kupferstichels grabt Striche in die geschliffene Druckform und produziert dabei Späne, die bei der Weiterverarbeitung der Druckplatten abgetragen werden.

Abhängig von dem Anpressdruck und der Schrägstellung des Stechers entstehen mehr oder weniger weite Striche verschiedener Tiefen mit klaren und exakten Kanten ("rasiermesserscharf"). Andererseits ermöglicht die Radiergummi-Nadel durch Halten und Führen der Hände - vergleichbar mit einem Bleistift oder einem Reißfederhalter - eine ziemlich lose, skizzenhafte Linie. Sie sind in die Druckform eingeritzt, und die durch die Verschiebung des Bedruckstoffes entstehenden erhöhten Gräben formen beim Drucken weiche Striche; die an den Gräben haftende Tinte lässt sie verhältnismäßig breit und weniger stark ausfallen.

"Das Kaltnadelradieren ist einfach das Mittel des Grafikers, der als Peintre-Stecher verstanden wird, der unmittelbar und vor allem selbst an seiner Tafel arbeitet. Das Ätzen weicht bei der Produktion des Druckstabs grundlegend von der Kaltnadelätzung ab: Die Druckform wird vor der Verarbeitung mit einer säurefesten Beschichtung versehen. Mit der Ätznadel wird das Bildmotiv in diesen Radiergrund eingeritzt, so dass das darunter liegende Bild freiliegt.

Durch das Ätzen wird der komplexe Arbeitsvorgang der Kupferstich- oder Kaltnadelätzung erheblich erleichtert - die Strichstärke und deren Ausdruck resultieren aus der Form und Länge der chem. Umsetzung im Säuerbad. In ihren bildlichen Darstellungsmöglichkeiten sprengen die Ätzlinien die Grenzen von Kupferstich und Kaltnadelradierung: Beim Graben oder Einritzen in das Material gegen den Materialwiderstand kann sich die Ätznadel spontan und frei auf dem Radiergrund fortbewegen.

Zur besseren Hervorhebung von Farbtönen, Highlights und Farbtiefe kann die Druckform auch Schritt für Schritt angeätzt werden, wodurch die hellen Bereiche nach einem kleinen Säurbad zugedeckt werden. Häufig werden Radierung und Radierung vereint; in der Gegenwartskunst wird auch die direkte Radierung verwendet, bei der die Farbe an bestimmten Stellen unmittelbar auf die Platine aufgetragen und Schritt für Schritt angeätzt wird.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Oberflächenbehandlung: Säurebeständiger Stahl (z.B. Harze, Bitumen oder Harze) wird in einer dünnen Lage auf eine z. B. durch Kaltnadelradierung oder Linienätzung profilierte Unterlage aufgetragen. Bei Erwärmung der Druckform schmilzt der Stäube, haftet an der Druckform und erzeugt eine offene und bedeckte Stelle, die in einem sauren Bad beigemischt wird.

In einem weiteren Arbeitsschritt werden bereits angeätzte Oberflächen beschichtet und andere Oberflächen auf die gleiche Weise behandelt. Eine weiche Ätzgrundlage wird auf die Druckform aufgebracht, die klebend und nicht aushärtend bleibt: Ein aufgetragenes Blatt, zum Beispiel mit einem Stift markiert, löst beim Entfernen des Papieres auch diese Zeichenspuren im weichen Untergrund von der Druckform und gibt diese für den Ätzprozess ab.

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